Einmal im Jahr, in der dunklen Jahreszeit, “opfere” ich gern mal ein paar Stunden für Computerspiele. Während des restlichen Jahres sind Computerspiele für mich tabu, nicht weil ich generell kein Intersse hätte, nein, diese Beschäftigung fällt einfach dem Zeitmangel zum Opfer.
Erster Kandidat diesen Winter: Fliplife , ein Online-Browser-Spiel beim dem man sich im Prinzip ein zweites Leben, online diesmal, aufbauen kann. Die Gestaltung des Spiels ist minimalistisch, was den Vorteil hat, dass man es auch mit diversen Einschränkungen, auf diversen Smartphones, sogar auf dem iPhone, wo Flash bekanntlich keine Chance hat, spielen kann.
Zu Spielbeginn legt man sich einen Namen und einen Avatar zu, die Gestaltungsmöglichkeiten für letzteren gefallen mir ausnehmend gut. Dann tritt man einem Unternehmen bei, erledigt dort Aufträge, und arbeitet sich somit Schritt für Schritt nach oben. Zur Auswahl stehen Laufbahnen als Wissenschaftler – dafür habe ich mich entschiedenen-, bei der Presse, im medizinischen Bereich und in der Gastronomie. Ein Wechsel des Unternehmens ist ab einem gewissen Level möglich.
Um einen Job, den man sich aus einem Angebot, welches mit erreichtem Level wächst, aussuchen kann, zu erledigen, braucht man Energie, diese bekommt man automatisch – z.Zt. aller 12 Minuten einen Punkt, unabhängig davon ob man eingeloggt ist oder nicht.
Die Jobs unterscheiden sich in der Menge der aufzuwendenden Energie, der Bezahlung in Cash, der Anzahl der errreichbaren Erfahrungspunkte (XP), die Anzahl der erforderlichen Mitarbeiter, der dafür verfügbaren Zeit(meist zwischen 1- 5 Tagen) und der Anzahl des erreichbaren Bonus-Cash. Um diesen Cash zu erreichen, müssen alle beteiligten Mitarbeiter das Projekt erfolgreich abschließen. Erfahrungsgemäß hat man allerdings bei automatisch zugeorneten Mitspielern bei fast jedem Auftrag eine “taube Nuß” dabei, die den Auftrag nicht schafft und ihren Mitspielern den Bonus versaut.
Als Spieler hat man eine Grund-Energiekapazität von 20, dass heißt, daß man sich mindestens aller 4 Stunden einloggen muss um keine Zeit zu verschenken, bei größeren, zeitkritischen Aufträgen ist das dann durchaus auch nötig. Seine Energiekapazität kann man durch sportliche Aktivitäten erhöhen. Für jedes gewonnene Spiel im Fußball oder Tennis bzw. für jeden erfolgreich überstandenen Boxkampf gibt es u.a. 1-3 zusätzliche Energiekapazitäten. Bei gewonnenen Mehrspielerturnieren durchaus auch mehr. Diese Mehrspielerturniere sind allerding relativ schwer vollzubekommen.
Außer Sport gibt es noch diverse Partys als Freizeitaktivitäten. Bis zum letzten Update waren diese Partys äußerst beliebt, da man damit sehr rasch, sehr viele Erfahrungspunkte sammeln konnte – schneller als mit “ehrlicher Arbeit”.
Bei allen Aktivitäten kann man über ein kleines Fenster mit seinen Kollegen/Mitspielern chatten. Diese Möglichkeit wird, insbesondere beim Sport, auch ganz gut und gerne genutzt. Sehr geeignet um seine Mitspieler ein klein wenig kennenzulernen. Für vertraulichere Mitteilungen gibt es auch noch ein, von mir nicht benutztes, Mailsystem.
Freunde gewinnt man bei Fliplife automatisch dadurch, dass man eine bestimmte Menge an Aktivität gemeinsam verbringt. Aussuchen kann man sich seine Freunde als hier nur sehr eingeschränkt. Es sei denn man spielt das Spiel ohnehin mit seinen Bekannten aus der Realität. Von Freunden profitiert man insofern, als dass man einen bestimmten Anteil von Punkten, die der freund erspielt, sozusagen als Freundschaftsbonus, erhält.
Im Spiel gibt es 2 verschiedene Währungen, einmal den Cash, den man mit seinen Jobs verdient und den man für verschiedene Dinge, wie Bekleidung, Frisuren bis zu einfachen Wohngebäuden ausgeben kann. Zum anderen gibt es noch die Luxuswährung “Credits”. Für jedes erspielte Level gibt es einen Credit und für Credits kann man die modischeren Klamotten und die größeren Häuser kaufen. In erster Linie dienen die Credits dazu, das Spiel zu finanzieren, denn wer größere Mengen davon braucht, kommt nicht umhin, Credits für echte Euro zu kaufen. Wer das Spiel ernsthaft betreiben möchte, wird wohl früher oder später das Scheckbuch zücken. Ich habs nicht getan.
Bei Fliplife handelt es sich um eine Beta-Version, d.h. es wird eifrig daran gearbeitet. Fast jede Woche erscheint ein Update und möglicherweise ist danach vieles nicht mehr so, wie man es gewohnt war. Solange man kein echtes Geld für genau diese Spielidee ausgegeben hat ist das gut und ok, aber einige Mitspieler waren nach dem letzten Update, das war das, bei dem die Partys “entwertet” wurden, richtig sauer.
Insgesamt finde ich das Spiel ganz nett, einen guten Monat lang vermochte es mich auch echt zu fesseln, aber irgendwie fehlt mir die Langzeitmotivation, da man im Prinzip immer wieder die gleichen Schritte wiederholt und sonst nicht viel passiert.
Ab und zu werde ich schon noch vorbeischauen – um mir anzusehen wohin die Reise geht, aber eigentlich ist das Spiel für mich “abgespielt”.
Gestern nun habe ich mich bei Farmerama angemeldet, ebenfalls ein Online Browsergame.
Auffälligster Unterschied: die oppulente, liebevolle grafische Umsetzung.
Nein, damit ist das Spiel zumindest auf dem iPhone nicht spielbar.
Man fängt mit seinem kleinen Buernhof an und ein nettes Tutorial führt einen durch die ersten Level.
Je höher das Level, desto mehr verschieden Pflanzen und Tiere hat man zur Verfügung. Der Jungbauer erhält automatisch jeden Tag ein paar Aufträge, die er abarbeiten kann, alternativ kann man seine Produkte auf dem Markt verkaufen.
Auch bei Farmerama gibt es eine Zweitwährung, die hier Tulpgulden heißt, im Gegensatz zu den im Spiel erwirtschafteten Moospennys. (Irgendwie erinnern mich die zwei parallelen Währungen an die DDR
). Auch hier kann man mit Tulpgulden wesentlich mehr anstellen, als mit Moospenny, außerdem gibts die Luxuswährung hier auschließlich gegen Echtgeld. Naja, am Anfang hat man 25 TG im Startpaket, aber wenn man nicht aufpasst sind die im Nu suboptimal angelegt, und wenn man erst danach erfährt dass, die sich nicht irgendwann von selbst auffüllen, ärgert man sich natürlich etwas…
Auch in diesem Spiel existiert ein Buddy-System. Man kann Freunde einladen, ihnen Geschenke machen und per internem Mailsystem kommunizieren. Eine Chatfunktion fehlt, wird aber zumindest in den unteren Leveln auch nicht benötigt, da eine direkte Zusammenarbeit mit anderen Spielern hier nicht vorgesehen ist.

Meine Farm
Die Gewinnung von Freunden erfolgt hier nicht im Spiel selbst, hier werden Freundschaftsanfragen in diversen offiziellen und inoffiziellen Foren gestellt und man lädt sich dann bei Bedarf seine Freunde ein. Alternativ kann man auch Freunden und Bekannten aus dem “Real Life” eine Einladungsmail schicken, sich doch dem tollen Spiel anzuschließen.
Mich fesselt dieses Spiel im Moment -viel zu- sehr, ich hoffe, ich schaffe es, in den nächsten Tagen wieder etwas Normalität (Sprich nicht mehr als 20-30Minuten Zeitaufwand pro Tag) einkehren zu lassen. In den ersten 24 Stunden habe ich mich immerhin bis fast ins 9. Level hochgespielt.