Frohe Weihnachten

DJI Osmo – die perfekte Videokamera für mich?

Ich hatte schon etliche Videokameras, genauer gesagt habe ich die meisten davon immernoch – eingelagert-, und habe immer versucht zu einem vernünftigen Preis eine möglichst gute Bildqualität zu bekommen. Das gelang meist auch ganz gut, das große Problem ist, dass ich meine Hände nicht stillhalten kann. Ein Stativ zum Filmen, was bei mir nun mal ein Nebenprodukt zum Fotografieren ist und bleiben soll, kommt aus logistischen Gründen nicht in Frage. Also sehen die Urlaubsfilme immer irgendwie wackelig aus.
Die Lösung dieses Dilemmas deutete sich bereits im vorletzten Jahr an, als ich mir einen DJI-Quadcopter der ersten Generation leistete, der genau wie erwartet, auch leicht wackelige Filme lieferte. Um das zu beheben gab es die ersten Gimbals – elektronisch stabilisierte Kamerahalterungen, die mehr oder weniger gut darin waren, die Copterbewegungen auszugleichen und die Kamera immer ruhig zu halten. An meinem Copter erwiesen sich die für mich bezahlbaren Bastellösungen als nette Idee, mehr aber nicht, ständig war irgendwo ein Kabel locker, oder die Elektronik spielte komplett verrückt.
DJI bietet seine Copter inzwischen mit eigenen Kameras und ausgeklügelten Gibals an, allerdings zu Preisen, die ich angesichts der, ich will es mal „durchwachsenen öffentlichen Meinung“ zu diesem Spielzeug und der sich daraus ergebenden eingeschränkten Auswahl an Flugmöglichkeiten, nicht zu zahlen bereit bin.
Und nun kam jemand bei DJI auf die Idee – ja, andere hatten die Idee sicherlich auch, aber eben nicht das Know-How sie massenmarktfähig umzusetzen – die bewährte Kamera und den Gimbal an eine Handhalterung zu basteln und damit dem Markt eine echte Action-Cam, die ohne das furchtbare Gewackle ihre GoPro-Ahnen daherkommt, zur Verfügung zu stellen. Heraus kam die DJI Osmo, und die ist seit wenigen Tagen im Handel erhältlich.
Da ich im Moment über etwas mehr Zeit verfüge, musste ich zuschlagen und fand mit „Profly“ auch einen Händler, der das Teil auf Lager hatte und mir innerhalb eines Tages zusenden konnte.

Vorher hatte ich mich natürlich im Internet umgesehen, auf Youtube die (noch) überschaubare Anzahl an Filmchen geschaut, interessant waren ja insbesondere die „Herstellerunabhängigen“. Die Meinungen fielen überwiegend positiv aus, wobei die Einschränkungen eines solchen Systems natürlich auf der Hand liegen. Die Kamera ist für sich genommen bestenfalls Mittelklasse und für die Stromversorgung musste ein Kompromiss zwischen Handlichkeit und Ausdauer gefunden werden. Die Lösung für das Kameramodul sieht so aus, dass dieses Austauschbar ist gegen zwei Varinten mit deutlich professionellerem Kamerachip, gegen einen fetten Aufpreis versteht sich.
Jedenfalls hab ich das Teil jetzt seit zwei Tagen hier, konnte aus gesundheitlichen Gründen bis heute allerdings noch nicht allzuviel ausprobieren. Nun hab ich mal eine Runde durch die Innenstadt gedreht und ein paar Testaufnahmen gemacht.
Gesteuert wird die Kamera entweder über sinnvoll angeordnete Tasten am Handgriff oder, bzw und über die zugehörige Smartphone-App, die deutlich mehr bietet als nur „Ein/Aus“, „Foto/Video“ und den Joystick zur Ausrichtung der Kamera. Außerdem und vor allem dient die App, als Sucher. Wenngleich die Osmo durchaus auch ohne angeschlossenes Smartphone filmen kann und die Batterie dann wohl auch deutlich länger hält, filmt man dann ganz GoPro-mäßig ins Blaue. Wobei das Weitwinkelobjektiv der Osmo deutlich weniger weitwinklig ist als das der Gopro. Positiv daran: das Bild ist weitgehend Verzerrungsfrei -arm. Weniger günstig: ohne Smartphonesucher filmt man schon  auch mal daneben.
Für mich gewöhnungsbedürftig ist die Joysticksteuerung, als welchem Grund auch immer, versuchen meine Reflexe die Kamera nach links zu schwenken, indem ich den Joystick nach rechts drücke  usw.. Keine Ahnung was diesen Reflex auslöst, logischer ist „Joystick hoch“ = „Kamera hoch“ auf alle Fälle.

Die Kamera bietet verschiedene Videoauflösungen an, die ich heute und hier nicht einzeln untersuchen kann und will, das machen andere viel besser. Wichtig – für viele, für mich eher Gag am Rande – sie ist in der Lage hochauflösende Videos, also 4k und nicht nur „popeliges 1080p“ aufzunehmen.

Zumindest theoretisch, denn derzeit gibt es bei betimmten Konstellationen in der gegenwärtigen Firmaware und/oder der App Verbindungsbrisse und Totalabstürze, wenn man denn unbedingt in der allerhöchsten Auflösung filmen will, mir reichen theoretisch sogar läppische 720 Zeilen, Hauptsache es wackelt nicht! Aber sicher gibt es bald ein Update, das diese Schwachstelle behebt.

Für meine ersten ernsthaften Testaufnahmen nutzte ich die UHD 4K Auflösung (3840 x 2160) bei 25 Bildern pro Sekunde.

Der erste Eindruck der ersten Filme, abgespielt mit VLC: unterirdisch! Die Bilder an sich gestochen scharf, aber der ganze Film ein einziges Ruckeln, zwischendurch fehlende Bilder, Artefakte, einfach katastrophal. An der Wiedergabehardware kann es eigentlich nicht liegen, was schnelleres gibt es kaum. Interessant dass die Ruckler bei den letzten Aufnahmen scheinbar nicht mehr auftreten….

Nächster Schritt: alle Aufnahmen ins Videoschnittprogramm geladen und siehe da: zumindest die Vorschau läuft ruckelfrei und scharf, alles sieht aus wie gewollt. Na gut, bei Aufnahmen, die ich im gehen gemacht habe, schwingt der untere Bildrand etwas mit und hundertprozentig stabil bleibt die Ausrichtung auf längere Dauer auch nicht, wie man am Vorbeimarsch am Fürstenzug sehen kann. Trotzdem ganz beachtlich würde ich sagen und mit etwas Feintuning in den Tiefen des Menüs bestimmt auch auszugleichen.

Das interne Mikrofon ist vermutlich tatsächlich nicht zu gebrauchen, da es erstens sehr leise aufnimmt und vor allem direkt neben den ziemlich lauten Lüfter angeordnet ist. Für Hobbyfilmer – und die sind sicherlich die Zielgruppe- sicherlich zu verschmerzen. Wer es etwas professioneller will, kann ein externes Mikrofon anschließen, welches dann zwar auch nicht über die App ausgesteuert werden kann, aber allemal brauchbarere Ergebnisse liefern dürfte.

Die weiteren Funktionen und Feineinstellungen werde ich mir so nach und nach ansehen und gegebenenfalls hier darüber berichten.

Eine schöne Zusammenfassung der Funktionen gibts hier  bei Arthur Konze.

Unsere Reise durch den Südwesten der USA

So, wir sind zurück und zwar schwer beeindruckt! 6000 Fotos und fast 10 Stunden Videomaterial sind die beste Vorsorge gegen langweilige Winterabende…

Einen ausführlichen Bericht wird es hier nicht geben, nur eine „kommentierte Stichpunktliste“ (so will ich das erstmal nennen) + ein paar Bilder.

Flug mit Condor von Frankfurt nach Las Vegas (in der Premium Economy Class – die deutlich größere Beinfreiheit ist allein schon den Aufpreis wert). Fast 12 Stunden im Flieger sind trotzdem Streß!

Die ersten beiden Nächte wohnten wir im Stratosphere Tower and Hotel, etwas ab vom Schuß, aber bei rechtzeitiger Buchung sehr preiswert und ordentlich. Der für Hotelgäste kostenlose Blick vom Tower war eher enttäuschend, wie gesagt, zu weit abseits vom belebten Teil des Strips.

Las Vegas selbst, ja, sollte man gesehen haben, insbesondere bei Nacht. Unbedingt gesehen haben muss man eine der „großen“ Shows. Wir hatten uns für „Ka“ vom Cirque du Soleil entschieden und waren schlicht überwältigt. Anders kann man es nicht sagen. Hier noch ein Link zu einer TV-Sendung über die gewaltige, rundum bewegliche Showbühne.

Dann übernahmen wir unseren kleinen aber feinen Camper von der Firma Jucy, für alle die keinen großen Comfort brauchen aber etwas flexibler als mit einem großen Womo unterwegs sein wollen, eine klare Empfehlung.

Erstes Ziel: der Valley of Fire State Park, vor einigen Jahren noch ein Geheimtipp, jetzt allseits gut bekannt und besucht. Sehr schön, auch der Campground.

Snow Canyon State Park, auch sehenswert, der Campingplatz bietet zwar auch ordentliche Sanitäreinrichtungen, allerdings gibts auf dem Platz nur sehr wenig Privatsphäre.

Zion National Park: empfehlenswert, nur eben nicht am Wochenende(wie wir), nicht nur das wir keinen Campingplatz bekamen, auch der dringend notwendige Parkplatz war bereits um 9:30 voll belegt. So blieb uns nur die Durchfahrt, die aber allein schon ein Highlight ist. Ausweichziel nach einem ziemlichen Gewaltritt: der Nordrand des Grand Canyon:Toll. Die Unterkunft auf dem DeMotte Campground war auch ok, allerdings nur Trockentoilette und saukalt, kein Wunder in knapp 3000m Höhe.

Kodachrom Basin State Park: ein absolutes Highlight! Landschaft, Campingplatz und die netten Rangerinnen sorgen für Bestnoten.

Bryce Canyon National Park: ebenfalls ein absolutes Muß, aber sehr gut besucht. Höhepunkte hier: Die Aussicht vom Bryce Point am Nachmittag und die Tour auf dem „Queens Garden Trail“ im Abendlicht.

Capitol Reef: eindrucksvoller Park, Camping auf dem Sunglow Campground bei Bicknell, herrlich einsam in wunderschönem Felskessel.

Goblin Valley: Riesiges Feld mit putzigen Steingnomen, ein absolutes Muß!

Dead Horse State Park, Canyonlands und Castle Valley: Der „Islands in the Sky“ District des Canyonlands Nationalparks bietet tolle Einblicke in die tiefen Schluchten, die der Colorado River hier über Jahrmillionen in die Felsen geschnitten hat. Castle Valley und die beeindruckenden Fishertowers entdeckten wir zufällig auf unserer Suche nach einem Campingplatz in und um Moab. Auf dem Lower Onion Creek Campground fanden wir dann schließlich einen herrlichen Stellplatz.

Arches National Park: Felsbögen ohne Ende, einer beeindruckender als der andere, aber sehr viele Menschen. Die angedachte Wanderung zum Delicate Arch, dem Wahrzeichen Utahs, fiel leider der Hitze zum Opfer, der Ausblick vom zugehörigen Aussichtspunkt musste genügen.

Mesa Verde: wesentlich größer und höher als erwartet, eindrucksvolle Kurzwanderung zum Spruce Tree House, einer alten Indianersiedlung in einer Felsenhöhle.

Durango und Silverton: 2 Nächte auf dem komfortablen, aber direkt am Highway gelegenen KOA-Campground in Durango. Ausflug auf dem San Juan Skyway nach Silverton, auf dem Weg in 3000 m Höhe kamen wir plötzlich in den Herbst, knallgelbe Espenwälder begrüßten uns. In Silverton bestaunten wir die Züge der historischen „Durango Silverton Railway“ Eisenbahn und die leicht kitschige Westernstadt.

Canyon de Chelly: Eindrucksvoller Canyon mit historischen Felswohnungen und tollen Felsen mitten im Navajoland

Natural Bridges: 3 Felsbögen zu denen man unbedingt hinunterwandern sollte, von oben sind sie nur wenig beeindruckend. Schöner Campingplatz, allerdings nur Trockentoiletten.

Monument Valley: Über den spannend zu befahrenden Moki Dugway gelangten wir ins Tal und steuerten das Monument Valley, einen weiteren Höhepunkt der Reise an, auf dem „The View“ Campground logierten wir mit 1A-Ausblick.

Grand Canyon Süd. Mit viel Glück ergatterten wir kurzfristig zwei Nächte auf dem Mather Campground. Perfekt! Größtes Erlebniss hier der Besuch einer Herde majestätischer Rothirsche direkt am Stellplatz. Die Ausblicke in den Canyon und die darüber kreisenden Kondore sind natürlich ebenfalls beeindruckend. Die vielen Menschen aber eher abschreckend.

Joshua Tree: spontaner Schlenker nach Kalifornien, sehr sehenswerter Park mit vielen tollen Campingmöglichkeiten, für uns blieb leider nur der abgelegene aber trotzdem malerisch schöne Cottonwood Campground.

Death Valley: angeblich der heißeste und trockenste Fleck auf der Erdoberfläche, als wir ankamen hieß es nach heftigen Regenfällen „Land unter“,  die Straßen waren teilweise von Geröll verschüttet. Da deshalb die Campingplätze im Tal ausfielen blieb nur der Panamint Springs Campground am anderen Ende des Parks übrig, den wir ziemlich fertig nach langer aufregender Fahrt auf übel zugerichteten Straßen erst nach Einbruch der Dunkelheit im strömenden Regen erreichten. Am nächsten Morgen waren die Hauptstraßen weitgehend geräumt, aber die Zufahrten zu allen Highlights des Parks blieben für einige Tage gesperrt. Ein Ranger erzählte uns, das letzte Mal habe er so etwas vor 15 Jahren erlebt… Diesen Abstecher hätten wir uns wohl sparen können.

Vor den Toren von Las Vegas liegt Lake Mead, einstmals eine stolzer Stausee, dessen Wasserstand aber durch ausbleibende Niederschläge in den letzten Jahren massiv gefallen ist. Der Boulder Beach Campingplatz bot uns trotzdem einen netten Stellplatz, auch wenn die Uferlinie mittlerweile fast einen Kilometer entfernt liegt.

Der Lake Mohave ist im Prinzip ein Seitenarm des Lake Mead, hier verbrachten wir unsere letzte Nacht im Camper auf dem einsamen Cottonwood Grove Campingplatz und genossen am Nachmittag das auf der anderen Seite des Sees in Arizona niedergehende schwere Gewitter.

Die letzte Nacht verbrachten wir wieder in Las Vegas im einfacheren Silver Sevens Hotel and Casino, noch etwas weiter abseits gelegen als das Stratosphere, aber letztlich auch ganz nett. Zum Abschluss gönnten wir uns eine weiter Show vom Cirque du Soleil, dieses Mal „Mystere„. Ebenfalls ein Hochgenuss!

Der Rückflug, wiederum mit Condor,  bot für uns keine Besonderheiten, ich konnte 5 Stunden ordentlich durchschlafen, was den Flug recht erträglich machte.

 

Tag 7 Strbske Pleso

An unserem letzten Tag wollten wir noch eine kleine Wanderung unternehmen, aber keinesfalls auf so überfüllten Wegen wie gestern.
Also fuhren wir nach Strbske Pleso und stellten das Auto im zentralen Parkhaus ab, da wir relativ früh dran waren, fand sich sogar noch ein Schattenplatz.
Dann bummelten wir, vorbei an den Sprungschanzen, die ich viiieel größer in Erinnerung hatte, zur Talstation des Sessellifts zur Chata pod Soliskom. Angenehm war schon, das hier kein wirklicher Andrang herrschte und wir ohne irgendeine Verzögerung im Sessellift Platz nehmen konnten und in traumhafter Ruhe zur Hütte in 1830 m emporschweben konnten.

Von der Hütte führt ein durchaus leicht zu begehender Weg auf den Gipfel Predne Solisko. Da wir es am letzen Tag aber eher ruhig angehen lassen wollten und vor allem weil auf diesem Weg deutlich sichtbar doch ein gewisser Betrieb herrschte, nahmen wir den Weg mit der blauen Markierung, der über eine Felsschulter ins Tal Furkotska Dolina führte. Hier waren wir so gut wie allein und konnten die herrliche Landschaft noch einmal in vollen Zügen genießen.
Auch auf dem folgenden Weg durch das Tal kamen uns erst im unteren Abschnitt Wanderer entgegen, je näher wir an Strbske Pleso kamen, desto mehr. Obwohl das nun wirklich keine schwierige Wanderung war, waren wir wegen der Hitze vollkommen durchgeschwitzt. Deshalb suchten wir uns ein Schattenplätzchen am Ufer des Strbske Pleso um wieder einigermaßen zu Kräften zu kommen. Später gab es dann noch ein Eis und das obligatorische Radler.

Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal in Tatranska Lomnica an und überlegten, ob wir noch mit einem sogennaten Mountain-Cart von der Seilbahnstation Start zu Tal rasen wollten, aber die Müdigkeit besiegte die Neugier, und so gaben wir lediglich unsere Liftkarten von heute morgen am Pfand-Automaten zurück und fuhren für eine ausgedehnete Mittagsruhe zurück in die Unterkunft.

Den Nachmittag verbrachten wir auf der Decke auf einer der zahlreichen Wiesen oberhalb des Dorfes.

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