Lena Meyer Landrut und das Ende eines deutschen Traumas
Ich bin kein Fan von derartigen Musik-Show-Gala-Wettbewerben. Und als ich Lenas “Satellite” zu ersten Mal gehört habe, dachte ich: “Hilfe! Was soll denn das?”
Nun mit dem 3. oder 4. Hören erschlossen sich mir dann die Qualitäten dieses Liedchens. Es geht ins Ohr und frisst sich ins Hirn. Dazu kommt,dass das Mädel ja nun wirklich nicht gerade uncharmant ist.
Und genau das ist es anscheinend, was bei einer derartigen Show über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Da schadet auch ein komischer englischer Akzent nichts.
In den vergangenen Jahren ist Deutschland nach meiner Ansicht nie an irgendeiner “osteuropäischen Abstimm-Mafia” oder was auch immer da an Verschwörungstheorien hervorgekramt wurde, gescheitert, sondern einzig und allein an seinem Anspruch etwas Anspruchsvolles abzuliefern. Ja, ich denke, selbst “hochkarätige” deutsche Teilnehmer wie Gildo Horn und Stefan Raab höchstpersönlich hatten einen gewissen Anspruch – nämlich den, albern zu sein.
Ich feue mich über den Sieg und wundere mich über die kollektive Euphorie – wenn es schon bei der Fußball WM nichts wird – hat die Volksseele wenigstens e i n gemeinsames Jahreshighlight.
Dass es sich bei diesem Sieg um eine “Nationale Leistung” handelt, wie ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber zitiert wird – würde ich ersteinmal rundheraus bestreiten.
Und der jungen Künstlerin bleibt zu wünschen, daß sie nicht im musikalischen Großkommerz zugrunde geht, sondern ihren Weg im Leben findet – es muss ja nicht unbedingt die Karriere als Popstar sein….
