Unsere Reise durch den Südwesten der USA

So, wir sind zurück und zwar schwer beeindruckt! 6000 Fotos und fast 10 Stunden Videomaterial sind die beste Vorsorge gegen langweilige Winterabende…

Einen ausführlichen Bericht wird es hier nicht geben, nur eine „kommentierte Stichpunktliste“ (so will ich das erstmal nennen) + ein paar Bilder.

Flug mit Condor von Frankfurt nach Las Vegas (in der Premium Economy Class – die deutlich größere Beinfreiheit ist allein schon den Aufpreis wert). Fast 12 Stunden im Flieger sind trotzdem Streß!

Die ersten beiden Nächte wohnten wir im Stratosphere Tower and Hotel, etwas ab vom Schuß, aber bei rechtzeitiger Buchung sehr preiswert und ordentlich. Der für Hotelgäste kostenlose Blick vom Tower war eher enttäuschend, wie gesagt, zu weit abseits vom belebten Teil des Strips.

Las Vegas selbst, ja, sollte man gesehen haben, insbesondere bei Nacht. Unbedingt gesehen haben muss man eine der „großen“ Shows. Wir hatten uns für „Ka“ vom Cirque du Soleil entschieden und waren schlicht überwältigt. Anders kann man es nicht sagen. Hier noch ein Link zu einer TV-Sendung über die gewaltige, rundum bewegliche Showbühne.

Dann übernahmen wir unseren kleinen aber feinen Camper von der Firma Jucy, für alle die keinen großen Comfort brauchen aber etwas flexibler als mit einem großen Womo unterwegs sein wollen, eine klare Empfehlung.

Erstes Ziel: der Valley of Fire State Park, vor einigen Jahren noch ein Geheimtipp, jetzt allseits gut bekannt und besucht. Sehr schön, auch der Campground.

Snow Canyon State Park, auch sehenswert, der Campingplatz bietet zwar auch ordentliche Sanitäreinrichtungen, allerdings gibts auf dem Platz nur sehr wenig Privatsphäre.

Zion National Park: empfehlenswert, nur eben nicht am Wochenende(wie wir), nicht nur das wir keinen Campingplatz bekamen, auch der dringend notwendige Parkplatz war bereits um 9:30 voll belegt. So blieb uns nur die Durchfahrt, die aber allein schon ein Highlight ist. Ausweichziel nach einem ziemlichen Gewaltritt: der Nordrand des Grand Canyon:Toll. Die Unterkunft auf dem DeMotte Campground war auch ok, allerdings nur Trockentoilette und saukalt, kein Wunder in knapp 3000m Höhe.

Kodachrom Basin State Park: ein absolutes Highlight! Landschaft, Campingplatz und die netten Rangerinnen sorgen für Bestnoten.

Bryce Canyon National Park: ebenfalls ein absolutes Muß, aber sehr gut besucht. Höhepunkte hier: Die Aussicht vom Bryce Point am Nachmittag und die Tour auf dem „Queens Garden Trail“ im Abendlicht.

Capitol Reef: eindrucksvoller Park, Camping auf dem Sunglow Campground bei Bicknell, herrlich einsam in wunderschönem Felskessel.

Goblin Valley: Riesiges Feld mit putzigen Steingnomen, ein absolutes Muß!

Dead Horse State Park, Canyonlands und Castle Valley: Der „Islands in the Sky“ District des Canyonlands Nationalparks bietet tolle Einblicke in die tiefen Schluchten, die der Colorado River hier über Jahrmillionen in die Felsen geschnitten hat. Castle Valley und die beeindruckenden Fishertowers entdeckten wir zufällig auf unserer Suche nach einem Campingplatz in und um Moab. Auf dem Lower Onion Creek Campground fanden wir dann schließlich einen herrlichen Stellplatz.

Arches National Park: Felsbögen ohne Ende, einer beeindruckender als der andere, aber sehr viele Menschen. Die angedachte Wanderung zum Delicate Arch, dem Wahrzeichen Utahs, fiel leider der Hitze zum Opfer, der Ausblick vom zugehörigen Aussichtspunkt musste genügen.

Mesa Verde: wesentlich größer und höher als erwartet, eindrucksvolle Kurzwanderung zum Spruce Tree House, einer alten Indianersiedlung in einer Felsenhöhle.

Durango und Silverton: 2 Nächte auf dem komfortablen, aber direkt am Highway gelegenen KOA-Campground in Durango. Ausflug auf dem San Juan Skyway nach Silverton, auf dem Weg in 3000 m Höhe kamen wir plötzlich in den Herbst, knallgelbe Espenwälder begrüßten uns. In Silverton bestaunten wir die Züge der historischen „Durango Silverton Railway“ Eisenbahn und die leicht kitschige Westernstadt.

Canyon de Chelly: Eindrucksvoller Canyon mit historischen Felswohnungen und tollen Felsen mitten im Navajoland

Natural Bridges: 3 Felsbögen zu denen man unbedingt hinunterwandern sollte, von oben sind sie nur wenig beeindruckend. Schöner Campingplatz, allerdings nur Trockentoiletten.

Monument Valley: Über den spannend zu befahrenden Moki Dugway gelangten wir ins Tal und steuerten das Monument Valley, einen weiteren Höhepunkt der Reise an, auf dem „The View“ Campground logierten wir mit 1A-Ausblick.

Grand Canyon Süd. Mit viel Glück ergatterten wir kurzfristig zwei Nächte auf dem Mather Campground. Perfekt! Größtes Erlebniss hier der Besuch einer Herde majestätischer Rothirsche direkt am Stellplatz. Die Ausblicke in den Canyon und die darüber kreisenden Kondore sind natürlich ebenfalls beeindruckend. Die vielen Menschen aber eher abschreckend.

Joshua Tree: spontaner Schlenker nach Kalifornien, sehr sehenswerter Park mit vielen tollen Campingmöglichkeiten, für uns blieb leider nur der abgelegene aber trotzdem malerisch schöne Cottonwood Campground.

Death Valley: angeblich der heißeste und trockenste Fleck auf der Erdoberfläche, als wir ankamen hieß es nach heftigen Regenfällen „Land unter“,  die Straßen waren teilweise von Geröll verschüttet. Da deshalb die Campingplätze im Tal ausfielen blieb nur der Panamint Springs Campground am anderen Ende des Parks übrig, den wir ziemlich fertig nach langer aufregender Fahrt auf übel zugerichteten Straßen erst nach Einbruch der Dunkelheit im strömenden Regen erreichten. Am nächsten Morgen waren die Hauptstraßen weitgehend geräumt, aber die Zufahrten zu allen Highlights des Parks blieben für einige Tage gesperrt. Ein Ranger erzählte uns, das letzte Mal habe er so etwas vor 15 Jahren erlebt… Diesen Abstecher hätten wir uns wohl sparen können.

Vor den Toren von Las Vegas liegt Lake Mead, einstmals eine stolzer Stausee, dessen Wasserstand aber durch ausbleibende Niederschläge in den letzten Jahren massiv gefallen ist. Der Boulder Beach Campingplatz bot uns trotzdem einen netten Stellplatz, auch wenn die Uferlinie mittlerweile fast einen Kilometer entfernt liegt.

Der Lake Mohave ist im Prinzip ein Seitenarm des Lake Mead, hier verbrachten wir unsere letzte Nacht im Camper auf dem einsamen Cottonwood Grove Campingplatz und genossen am Nachmittag das auf der anderen Seite des Sees in Arizona niedergehende schwere Gewitter.

Die letzte Nacht verbrachten wir wieder in Las Vegas im einfacheren Silver Sevens Hotel and Casino, noch etwas weiter abseits gelegen als das Stratosphere, aber letztlich auch ganz nett. Zum Abschluss gönnten wir uns eine weiter Show vom Cirque du Soleil, dieses Mal „Mystere„. Ebenfalls ein Hochgenuss!

Der Rückflug, wiederum mit Condor,  bot für uns keine Besonderheiten, ich konnte 5 Stunden ordentlich durchschlafen, was den Flug recht erträglich machte.

 

Tag 6 Skalnate Pleso

Heute war wieder wandern angesagt. Wir stellten das Auto in Tatranska Lomnica auf der m großen kostenlosen Parkplatz an der Seilbahnstation ab und reihten uns in die Ticketschlange ein. Hier ging es relativ schnell vorwärts und beinahe erwartungsgemäß waren sie Tickets für die Fahrt auf die Lomnitzspitze für heute und morgen bereits ausverkauft.
Nun gut, wir hätten den Gipfel mitgenommen aber unsere kleine Wanderung beginnt eh am Skalnate Pleso. Die erste Seilbahn war noch eine ziemlich enge, ziemlich alte Viererkabine. Die brachte uns nach 20 Minuten anstehen zur Zwischenstation Start, von wo wir mit einer schicken neuen 15er Kabine bis Skalnate Pleso schwebten.
Hier schaute. Wir uns um und beobachteten wie schnell der Gipfel der Lomnitzspitze sein Wolkenkleid wechselte und auch immer wieder mal frei zu sehen war.
Nachdem wir uns fett mit Sonnencreme eingeschmiert hatten begannen wir den Abstieg über die Tatramagistrale in Richtung Hrebienok. Es war wie in unserer Erinnerung: der Weg wegen der großen Steinblöcke anstrengend und die Menschenmassen nervend. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass hier deutlich mehr Menschen unterwegs waren als in den Achtziger Jahren, als wir hier beinahe regelmäßig entlang gewandert sind.
Auf dem zweiten Teil der Strecke waren auch die Schäden des Orkans von 2004 hautnah zu sehen.
An der Hütte….  erkämpften wir uns ein Radler aus der Büchse bevor wir das letzte Stück des Weges in Angriff nahmen. Hier wurde es richtig schlimm mit den Menschenmassen, Kinderwagen und schreienden Kindern.
Der Wegverlauf war sicher als Folge der Orkanschäden verändert und es ging fast auf einer Höhe bis Hrebienok. Die kraftraubende Talquerung entfiel somit. Der Weg war teilweise mit Gehwegplatten belegt und als Krönung kam uns noch ein riesiges Plüschmurmeltier Maskottchen entgegen.
Wir waren froh als wir endlich in der Bahn hinunter nach Stary Smokovec saßen.
Unten aßen wir einen gewaltigen Cheeseburger und stiegen dann in die abfahrtbereite Tatrabahn zurück nach Tatranska Lomnica.
Für den Nachmittag hatten wir noch einen kleinen Stadtbummel in Zakopane geplant. Da jedoch offensichtlich die „Tour de Pologne“ dort entlang führte wo auch wir fahren wollten und wir immer wieder auf Staus und Straßensperren trafen kehrten wir schließlich um und genossen den herrlichen sonnigen Nachmittag auf der Wiese am Ortseingang von Zdiar.
Unser Abendbrot nahmen wir heute im traditionsreichen “ Zdiarsky Dom“ ein.
Hier waren die Kellnerinnen wirklich auf Zack. Leider hatten es aber die Wespen

image

auf uns abgesehen, so dass wir unseren Aufenthalt nicht allzusehr ausdehnten….

Tag 5 Rundfahrt

Da uns der gestrige Tag noch gewaltig in den Knochen sitzt, wurde heute erst mal wieder ein Autotag eingeschoben.
Durch den polnischen Teil des Pienniny- Gebirges fuhren wir nach Cerveny Klastor (wieder in der Slowakei). Von hier kann man mit dem Floß durch die malerische Gebirgswelt des Dunajecdurchbruchs fahren. Sicherlich recht nett, aber uns ging der Touri-Rummel dort einfach nur auf die Nerven. Also beendeten wir unsere Runde ums Gebirge mit einem Einkauf im Kaufland und ruhten uns den Rest des Tages aus.

image

Tag 4 – Nochmal Slowakisches Paradies

Weil es vorgestern so schön war und das Wetter im Vorland der Tatra stabiler aussah, fuhren wir wieder ins Slowakische Paradies. Dieses Mal nach Podlesok. Hier traf uns bei der Ankunft bald der Schlag. Der Parkplatz war riesig und trotz der frühen Stunde schon gut gefüllt….
Wir bezahlten wieder 1,50 „Eintritt“ und marschierten los in Richtung Hornad-Durchbruch. Erstaunlicher Weise verteilten sich die Menschenmassen doch ersteinmal ganz gut. Auf dem schmalen Weg in der Schlucht kam es dann aber immer wieder zu Staus.
Wieder ging es auf teils wackligen Tritten durch die Wände oberhalb des Flusses. Aber es gab auch viele Abschnitte mit relativ normalen Waldwegen. Die konnte man dann zum Überholen nutzen…
Hohe Leitern kamen heute leider nicht vor.
Kurz vorm Wendepunkt der Tour begann es aus dem scheinbar strahlend blauen Himmel zu donnern und zu tröpfeln. Wenige Minuten später waren wir an der Lettensdorfer Mühle,  wo wir uns ersteinmal zwei große Radler gönnten. Der Donner wurde heftiger und kurz darauf öffneten die als Schönwetterwolken getarnten Wolken ihre Schleusen und versuchten, uns einzuweichen.
Nicht mit uns, da unsere Radler leer waren und der Durst noch nicht annähernd gestillt, gingen wir noch mal ins Büffetbüdchen zum Nachfüllen. Und da es die beiden Bürschchen dort eher ruhig angehen ließen, konnten wir den  Regenguss dort recht gut abwarten….
Als wir dann einigermaßen gestärkt wieder aufbrachen, stellte sich heraus, dass wir ersteinmal auf den die Schlucht eingrenzenden Berg hoch mussten. Dank des Regens war der Weg schön matschig und natürlich musste ich mich dann in den Schlamm setzen…:-(
In der Ferne grollte der Donner und wir versuchten, so schnell wie möglich zurück zum Auto zu kommen. Aber der Weg zog sich. Endlich ging es abwärts, aber nur in sofort wieder steil nach oben zu führen. So langsam waren wir am Ende unserer Kräfte… Aber es war einigermaßen tröstlich,  dass sich auch wesentlich jüngere Leute nur noch dahin schleppten…
Als wir dann endlich wieder am Eingang der Schlucht angekommen waren, mussten wir wenigstens die Füße und so gut es ging Arme und Kopf im frischen Wasser des Flusses kühlen.
Irgendwie schafften wir dann auch noch die letzten beiden Kilometer bis zum Auto. Auf dem Campingplatz gab es nochmal einen halben Liter Radler und ein Eis für jeden.
Auch ohne dass wir nennenswert in den Regen gekommen wären,  waren wir nass bis auf die Haut. Am Auto zogen wir uns so gut es ging um, zum Glück hatten wir Badesachen und eine warme Jacke im Auto…:-)

image