Eifel Tag 6 -Hillesheim und der Nürburgring

[singlepic id=937 w=320 h=240 float=right]Unser erster Anlaufpunkt heute war das Städtchen Hillesheim mit seiner gut erhaltenen/sanierten Stadtmauer. Hillesheim ist so etwas wie die Krimihauptstadt der Eifel, es gibt hier das Krimihaus mit dem Deutschen Krimiarchiv, das Cafe Sherlock und die Buchhandlung Lesezeichen mit ihrem Krimikabinett.
Zumindest an einem Wochentags-Vormittag vermittelt Hillesheim trotz schönsten Wetters einen eigenartigen Eindruck, alles ist hübsch herausgeputzt und ein gewaltiger, nagelneuer Sportplatz liegt unterhalb der Stadtmauer, aber die Stadt ist weitgehend menschenleer, eine Handvoll Touristen jenseits der 60, viel Durchgangsverkehr und mehrere große Häuser und Geschäfte in der Innenstadt stehen zum Verkauf…

[singlepic id=936 w=320 h=240 float=left]Als nächstes fuhren wir zur Nohner Mühle und spazierten zum berühmten  Dreimühlen-Wasserfall. Das Wasser von ursprünglich 3 Bächen wurde beim Bau einer Eisenbahnstrecke vor fast 100 Jahren zusammen- und umgeleitet. Dort wo das Wasser einen kleinen Fels hinabstürzt, hat sich seitdem eine ca. 6×12 m große, dicht mit Moos bewachsene Kalktuffmauer gebildet. Ursache ist der hohe Mineralgehalt des Wassers und die durch die Moose begünstigte Ablagerung dieses Kalks. Pro Jahr schiebt sich diese Mauer ca. 10 cm nach vorn.

Danach stoppten wir noch an einem ehemaligen Kalksteinbruch, an dem sich Fossilien finden lassen sollten. Entsprechend unserer bescheidenen Erfahrung bei der Fossilien-  und Mineraliensuche fiel auch unsere Ausbeute aus.

Für unsere Mittagspause wählten wir dann eine schöne Wiese mit Straßenanschluss auf dem Weg in die Hocheifel aus.

[singlepic id=934 w=320 h=240 float=right]Ausgeruht machten wir uns auf den Weg zum Nürburgring.
Ich gebe zu, ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, einmal für 22€ eine Runde auf der Nordschleife zu drehen. Leider finden die Touristenfahrten nur zu ausgewählten Zeiten statt, heute beispielsweise von 18.45 bis 19.30 Uhr. So lange wollten wir dann doch nicht warten.
Wir beobachteten ein paar Testfahrzeuge, die auf der langen Geraden mit schwer einschätzbarer Höchstgeschwindigkeit an uns vorbeibretterten und fuhren dann zum neuerbauten Familien- und Freizeitzentrum am Nürburgring, genannt „ring°werk“. Hier gibt es: ähm – unendlich viele Parkplätze, gewaltige Betongebäude und die riesigen Tribünen. Der Freizeitspaß für die ganze Familie ist offensichtlich noch nicht ganz in der Realität angekommen – sprich niemand weiß davon, und wer sich doch hierher verirrt, weiß nicht, was ihn hier erwartet. Man kann im „ring°werk“ für 19.50€ Tickets erwerben und weiß eigentlich gar nicht so recht, wofür die gut sind. Der Prospektständer, der ja durchaus der Eigenwerbung dienen könnte, enthält Werbeflyer für den künstlichen Geysir von Andernach – einen weiteren Touristennepp. Ich hab dann mal im Internet nachgeschaut, was man dort für sein Geld geboten bekommt: [singlepic id=935 w=320 h=240 float=left]Eine Art Erlebnisspark für Motorsportbegeisterte, ob sich das Ganze eher an Familien mit Kleinkindern richtet oder an harte Motorsportfreaks, ist nicht ganz auszumachen. Ich glaube aber, beide Gruppen und auch alle dazwischen, wissen, dass sie für dieses Geld anderswo Besseres bekommen. Dazu kommt, dass die einzige wirkliche „Attraktion“ die kleine „Achterbahn“, deren größter Nervenkitzel wohl in der Beschleunigungsphase (in weniger als 2,5 Sekunden auf 217 km/h) liegt, längerfristig wegen eines technischen Defekts außer Betrieb ist.
Von Besucherandrang ist in den riesigen Hallen der Shopping-Mall keine Spur, nur ein paar hilflose, verirrte Touristen wie wir und ein paar gelangweilte Angestelle und Sicherheitsleute.
Sicherlich sieht das zu den paar großen internationalen Motorsport – und  auch Musikveranstaltungen anders aus, aber so ein Betrieb muss dass ganze Jahr laufen oder er schließt eher früher als später seine Pforten. – Oder er stellt einen PR-Menschen ein, und das muss gewiss keine Koryphäe sein. Jeder Mensch, der ein klein wenig in der Lage, ist sein Denkorgan zu gebrauchen, sieht die gravierenden Mängel und hat bessere Ideen, die Leute anzulocken, als auch noch die sogenannte „Ring°card“ als einziges akzeptiertes Zahlungsmittel in den meisten Betrieben einzuführen.
Entschuldigung, dass ich mich hier so über Dinge aufrege, die mir eigentlich schrecklich egal sein  könnten – aber wenn ich solche Auswüchse aus Dummheit, kombiniert mit Größenwahn sehe – kann ich nicht anders. Schließlich stecken ja hier durchaus auch öffentliche Gelder drin. Lustig oder eigentlich eher bedenklich in diesem Zusammenhang dieser Zeitungsartikel.
Schade eigentlich, denn ich bin sicher, auch ein dritter Berndorf-Krimi zum Thema wäre interessant gewesen.

Ok – unsere Parkgebühren konnten wir bar bezahlen und ein Euro pro Stunde ist nun nicht gerade der Gipfel der Gier.

Eifel Tag 5 Geschichte und Mosel

[singlepic id=930 w=320 h=240 float=right]Unsere heutige Rundfahrt begann mit einem Zwischenstopp in dem malerischen Fachwerkstädtchen Monreal. Interessanterweise waren hier kaum Touristen unterwegs und wir konnten ungestört durch die Straßen und Gassen schlendern.

[singlepic id=931 w=320 h=240 float=left] Anschließend fuhren wir zur Burg Eltz, genauer gesagt zum Parkplatz an der Östermühle bei Müden.Von hier ging es steil hinab ins Eltztal und an der Burg wieder ein Stückchen hinauf. Burg Etlz ist schon etwas Besonderes. Seit ihrer Gründung vor über 850 Jahren wurde sie nie zerstört und befindet sich seitdem ununterbrochen im Besitz der Familie von und zu Eltz. Mit ihren zahlreichen angestückelten Gebäuden und Türmchen sieht sie aus, wie der Phantasie eines übermütigen Märchenfilmregiseurs entsprungen.

Ihr Abbild ziehrte auch schon eine Briefmarke der Deutschen Bundespost und die Rückseite des 500 DM-Scheines (komisch – kann ich mich gar nicht erinnern).
Nachdem wir den schweißtreibenden Aufstieg zum Parkplatz hinter uns gebracht hatten, beschlossen wir, die als nächstes geplante Burg Pyrmont von unserer Liste zu streichen und ins Moseltal hinunterzufahren.[singlepic id=932 w=320 h=240 float=right]
In Klotten, kurz vor Cochem, nahmen wir einen kleinen Imbiss zu uns und passierten dann das völlig überfüllte Cochem.
[singlepic id=933 w=320 h=240 float=left]An der Marienburg bei Zell blickten wir von oben auf eine der unzähligen Moselschleifen hinab. Diese ist wohl die engste, nur ein wenige 100 m breiter Felssporn hindert die Mosel hier daran, mal schnell gut 10 km abzukürzen.
In Traben-Trarbach unternahmen wir noch einen kleinen Stadtspaziergang, bevor wir über Wittlich zurück in unser Hotel fuhren.
Sicherlich kann man locker auch einen ganzen Urlaub in der romantischen Mosellandschaft mit ihren unzähligen alten Burgen  und Kirchen verbringen, wir wollen es diesmal bei dieser Stippvisite bewenden lassen.

Eifel Tag 4, Gerolstein und Kylltal

[singlepic id=929 w=320 h=240 float=right]Heute besuchten wir noch einmal Gerolstein. Hier bestiegen wir zuerst den Auberg, eine sehr auffällige Kalkklippe oberhalb der Stadt. Im Prinzip ist ja auch hier alles gut beschildert, aber wenn man als ortsunkundiger mit dem Auto anreist und eigentlich nicht weiß, wie das Ziel nun heißt, nützt einem auch das beste Navigationsgerät nichts. Das heisst, bis wir unseren Parkplatz gefunden hatten, haben wir erst einmal etliche Runden gedreht. Später haben wir das Auto dann noch im Tal abgestellt und sind ein Stück zur Burg hochgestiegen um ein paar Überblicksbilder von oben zu machen.

[singlepic id=928 w=320 h=240 float=left]Dann fuhren wir durch das Kylltal um die Eishöhlen von Birresborn zu (be-) suchen. Ein kleines, unscheinbares Hinweisschild an der Hauptstrasse brachte uns dann schließlich auf die richtige Spur. Mitten in der Pampa liegen die ehemaligen Mühlsteinbrüche versteckt. Hier führen einige Stollen tief in den Fels hinein. Das Ganze ist mit ein paar Hinweistafeln und Absperrgittern ausgestattet. Man kann die Höhlen auf eigene Faust erkunden, braucht dazu aber eine Taschenlampe, die hatten wir mit. Wie sich herausstellte verlor sich das Licht unserer Funzel aber  in den ziemlich großen Höhlen nahezu spurlos. Ein ordentlicher Strahler sollte es also schon sein. Trotzdem waren die Höhlen ein beeindruckendes Erlebnis.

[singlepic id=927 w=320 h=240 float=right]Weiter führte die Fahrt nach Mürlenbach. Knapp oberhalb dieses schmucken Städtchens steht die Bertradaburg majestetisch auf einem Felsvorsprung. Sehr malerisch, das Ganze.

Als Abschluss der Kylltaltour besuchten wir noch kurz Kyllburg. Ich habe noch nie ein soo trauriges, trostloses und verschlafenes Nest gesehen. Vielleicht lag es einfach auch nur daran, dass Sonntag Nachmittag war. Die vielen, offensichtlich verlassenen Geschäfte, in deren Schaufenstern und Regalen teilweise noch Waren herumstehen, sprechen allerdings eine andere Sprache.

[singlepic id=926 w=320 h=240 float=left]Da nun doch noch die Sonne herauskam, fuhren wir noch nicht zurück zum Hotel, sondern ans Meersburger Maar im Nachbarort Meersburg. Hier wollten wir uns in Ruhe auf eine Bank am Ufer des Sees setzen und die Sonnenstrahlen genießen. Die hundert anderen Spaziergänger hätten uns auch nicht weiter gestört. Was uns aber bald vertrieb, war ein Bauer, der am anderen Ufer des Sees sein Feld mit einer laut dröhnenden Maschine beackerte. Und das zum Sonntag nachmittag 😉

Eifel Tag 3 – Wandertag

[singlepic id=924 w=320 h=240 float=right]In letzter Zeit war vielerorts immer wieder vom „neuentdeckten“ Wandergebiet rund um das Müllerthal in Luxemburg zu lesen. Ich hatte das zwar registriert, aber keineswegs in Zusammenhang mit unserem Eifel-Urlaub gebracht. Bis ich hier nun feststellte, dass besagtes Gebiet in unmittelbarer Nähe von Echternach liegt, und da waren wir ja kürzlich schon mal. Dann war mir gestern noch eine -letztlich viel zu grobe – Wanderkarte in die Hände gefallen, so dass unser heutiges Tagesziel eine kleine Schnuppertour von gut 5 km rund um Berdorf bei Echternach sein sollte.

Im Verkehrsbüro Echternach versuchten wir noch einen der hochgelobten kostenlosen Wanderführer abzustauben, aber die Saison scheint zu Ende zu gehen, unser gewünschter Weg war gerade nicht vorrätig.

[singlepic id=920 w=320 h=240 float=left]Im Ortszentrum von Berdorf fanden wir einen Parkplatz und folgten einfach der größtenteils hervorragenden Wegmarkierung. Unsere Runde folgte der Markierung B2. Auf den ersten Blick sieht die Landschaft um Berdorf sehr harmlos aus – gut, auf der Anfahrt hatten wir schon ein paar mächtige Sandsteinfelsen gesehen.
Erst als der Weg hinter einer gerade im Entstehen befindlichen, gesichtslosen Eigenheimsiedlung immer tiefer in ein kleines Tal hinabführte, fühlten wir uns in die heimatliche „Sächsische Schweiz“ versetzt – auffälligster Unterschied: Die Wälder hier sind fast reine Laubwälder.
Am Roitsbachfels gabelte sich unser Weg, ein steiler Anstieg führte zum Aussichtspunkt hinauf, von wo man weiter zur Teufelsinsel und zur Raiberhiel (Räuberhöhle) gelangen konnte. Der Abstieg über zwei Leitern durch diese stockfinstere Höhle war sicherlich der Höhepunkt unserer kleinen Wanderung.[singlepic id=918 w=320 h=240 float=right]
Weiter zog sich der Weg unterhalb des Felsmassivs entlang und erreicht nach ca 2 km das Klettergebiet „Wanterbach“. An den zahlreichen hiesigen Kletterrouten herrschte – ganz im Gegensatz zum Wanderweg – Hochbetrieb. Am hinteren Ende des Klettergebietes kann man noch die Sieweschloeff (Sieben Schlüchte) durchstreifen. Hierbei handelt es sich um mehr oder weniger kurze, tiefe Felsspalten, die wiederum ausgezeichnet markiert sind. Bei Schlucht Nr. 6 gibt es einen extra Hinweis auf die äußerst geringe Breite von nur 30 cm. Wir passten durch, mussten aber unser Gepäck abnehmen und es uns durch den engen Abschnitt von Hand durchreichen. Wirklich kräftige Personen – und ich sage hier bewusst nicht „Dicke“- haben wohl wirklich keine Chance.

Anschließend stieg der Weg zum Casselt, einem Aussichtspunkt auf das Sauertal, an und führte auf den letzten 2,5 km wenig spektakulär zurück nach Berdorf.

Insgesamt erstreckt sich das Wegenetz des Müllerthal-Trails wohl auf einer Länge von 110 km und kann in mehreren Tagesetappen komplett erwandert werden. Sicherlich ein lohnendes Ziel für Wanderfanatiker, zumal es uns so scheint, als ob man hier wesentlich einsamer und ungestörter dahinwandern kann als in der Sächsischen Schweiz.
Übrigens wird das Gebiet um das Muellerthal auch  die „Kleine Luxemburger Schweiz“ genannt.

[singlepic id=917 w=320 h=240 float=left]Da der Nachmittag noch nicht einmal richtig angebrochen war, beschlossen wir, gleich noch einmal hinunter nach Trier zu fahren, um der Stadt einen Kurzbesuch abzustatten. Das taten wir auch, hielten den Besuch trotz der unbestreitbar wunderschönen Stadt, aber wirklich sehr kurz, denn offenbar ist es keine besonders gute Idee einen Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein in der Innenstadt von Trier verbringen zu wollen. Viel zu viele Leute haben offenbar die selbe Idee.