Eifel Tag 7- Hochgebirgstour an der Mosel

[singlepic id=941 w=320 h=240 float=right]Für unseren letzten Tag hatten wir uns noch einen besonderen Leckerbissen aufgehoben. Zwischen Bremm und Edinger Eller an der Mosel verläuft der Calmont-Klettersteig, mitten durch die Weinberge. Der Calmont gilt als steilster Weinberg in Europa und die darunterliegende Moselschleife als die schönste und das Wetter hätte auch nicht besser sein können – dachten wir.
Wir parkten unser Auto an der Kirche in Bremm und marschierten auf dem gut ausgeschilderten Weg los. Zuerst ging es leicht ansteigend durch die Weinberge. Später folgten dann etwas ausgesetztere Passagen, die durch Stahlseile und Tritte und Stifte in der Wand begehbar gemacht wurden.
Es waren doch einige Leute unterwegs, den wenigsten davon war offensichtlich klar, dass Walkingstöcke auf einem Klettersteig im günstigsten Fall hinderlich sind.
[singlepic id=942 w=320 h=240 float=left]Für den eigentlichen Klettersteig benötigten wir ca. 1 Stunde (mit Pausen), der Berg Calmont machte allerdings seinem Namen (lat. für „heißer Berg“) alle Ehre, die Sonne tat ihren Teil dazu, uns bis kurz vor den Hitzschlag aufzuheizen. Zum Glück hatten wir vorgesorgt und reichlich Wasser mitgeschleppt.
Am Ende des Steigs hatten wir uns zu entscheiden, ob wir nach Eller abstiegen oder aber den Calmont Höhenweg zurück nach Bremm nehmen. Da wir das Gefühl hatten, ja ohnehin schon oben zu sein, fiel die Wahl natürlich auf den Höhenweg. Ob  unsere Entscheidung  genau so ausgefallen wäre, wenn wir gewusst hätten, was noch für ein Anstieg vor uns liegt, bezweifle ich stark. Zuerst erreichten wir die Aussicht „Eller Todangst“, die schon von weitem zu sehen ist, aber vielleicht auf einem Drittel der Höhe des Calmont liegt, nach weiteren schier endlosen Höhenmetern kamen wir an eine altrömische Tempelanlage, deren Grundmauern 2002 ausgegraben worden waren und die dann nachgebaut wurde, zu welchem Zweck dieser Tempel jetzt da im Wald steht, war nicht zu erkennen. Am Gipfelkreuz hatten wir dann offensichtlich den höchsten Punkt erreicht und konnten unser Auto fast genau unter uns stehen sehen. Auf extrem steilen, nicht immer ganz offiziellen Wegen, liefen oder tasteten wir uns jetzt talwärts – unser Ziel (Auto) stets vor Augen.[singlepic id=943 w=320 h=240 float=center]
Zwar war diese Tour nur 6 km lang, für mehr hätten unsere Kräfte heute unter der sengenden Sonne aber beim besten Willen nicht gereicht.

Eifel Tag 6 -Hillesheim und der Nürburgring

[singlepic id=937 w=320 h=240 float=right]Unser erster Anlaufpunkt heute war das Städtchen Hillesheim mit seiner gut erhaltenen/sanierten Stadtmauer. Hillesheim ist so etwas wie die Krimihauptstadt der Eifel, es gibt hier das Krimihaus mit dem Deutschen Krimiarchiv, das Cafe Sherlock und die Buchhandlung Lesezeichen mit ihrem Krimikabinett.
Zumindest an einem Wochentags-Vormittag vermittelt Hillesheim trotz schönsten Wetters einen eigenartigen Eindruck, alles ist hübsch herausgeputzt und ein gewaltiger, nagelneuer Sportplatz liegt unterhalb der Stadtmauer, aber die Stadt ist weitgehend menschenleer, eine Handvoll Touristen jenseits der 60, viel Durchgangsverkehr und mehrere große Häuser und Geschäfte in der Innenstadt stehen zum Verkauf…

[singlepic id=936 w=320 h=240 float=left]Als nächstes fuhren wir zur Nohner Mühle und spazierten zum berühmten  Dreimühlen-Wasserfall. Das Wasser von ursprünglich 3 Bächen wurde beim Bau einer Eisenbahnstrecke vor fast 100 Jahren zusammen- und umgeleitet. Dort wo das Wasser einen kleinen Fels hinabstürzt, hat sich seitdem eine ca. 6×12 m große, dicht mit Moos bewachsene Kalktuffmauer gebildet. Ursache ist der hohe Mineralgehalt des Wassers und die durch die Moose begünstigte Ablagerung dieses Kalks. Pro Jahr schiebt sich diese Mauer ca. 10 cm nach vorn.

Danach stoppten wir noch an einem ehemaligen Kalksteinbruch, an dem sich Fossilien finden lassen sollten. Entsprechend unserer bescheidenen Erfahrung bei der Fossilien-  und Mineraliensuche fiel auch unsere Ausbeute aus.

Für unsere Mittagspause wählten wir dann eine schöne Wiese mit Straßenanschluss auf dem Weg in die Hocheifel aus.

[singlepic id=934 w=320 h=240 float=right]Ausgeruht machten wir uns auf den Weg zum Nürburgring.
Ich gebe zu, ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, einmal für 22€ eine Runde auf der Nordschleife zu drehen. Leider finden die Touristenfahrten nur zu ausgewählten Zeiten statt, heute beispielsweise von 18.45 bis 19.30 Uhr. So lange wollten wir dann doch nicht warten.
Wir beobachteten ein paar Testfahrzeuge, die auf der langen Geraden mit schwer einschätzbarer Höchstgeschwindigkeit an uns vorbeibretterten und fuhren dann zum neuerbauten Familien- und Freizeitzentrum am Nürburgring, genannt „ring°werk“. Hier gibt es: ähm – unendlich viele Parkplätze, gewaltige Betongebäude und die riesigen Tribünen. Der Freizeitspaß für die ganze Familie ist offensichtlich noch nicht ganz in der Realität angekommen – sprich niemand weiß davon, und wer sich doch hierher verirrt, weiß nicht, was ihn hier erwartet. Man kann im „ring°werk“ für 19.50€ Tickets erwerben und weiß eigentlich gar nicht so recht, wofür die gut sind. Der Prospektständer, der ja durchaus der Eigenwerbung dienen könnte, enthält Werbeflyer für den künstlichen Geysir von Andernach – einen weiteren Touristennepp. Ich hab dann mal im Internet nachgeschaut, was man dort für sein Geld geboten bekommt: [singlepic id=935 w=320 h=240 float=left]Eine Art Erlebnisspark für Motorsportbegeisterte, ob sich das Ganze eher an Familien mit Kleinkindern richtet oder an harte Motorsportfreaks, ist nicht ganz auszumachen. Ich glaube aber, beide Gruppen und auch alle dazwischen, wissen, dass sie für dieses Geld anderswo Besseres bekommen. Dazu kommt, dass die einzige wirkliche „Attraktion“ die kleine „Achterbahn“, deren größter Nervenkitzel wohl in der Beschleunigungsphase (in weniger als 2,5 Sekunden auf 217 km/h) liegt, längerfristig wegen eines technischen Defekts außer Betrieb ist.
Von Besucherandrang ist in den riesigen Hallen der Shopping-Mall keine Spur, nur ein paar hilflose, verirrte Touristen wie wir und ein paar gelangweilte Angestelle und Sicherheitsleute.
Sicherlich sieht das zu den paar großen internationalen Motorsport – und  auch Musikveranstaltungen anders aus, aber so ein Betrieb muss dass ganze Jahr laufen oder er schließt eher früher als später seine Pforten. – Oder er stellt einen PR-Menschen ein, und das muss gewiss keine Koryphäe sein. Jeder Mensch, der ein klein wenig in der Lage, ist sein Denkorgan zu gebrauchen, sieht die gravierenden Mängel und hat bessere Ideen, die Leute anzulocken, als auch noch die sogenannte „Ring°card“ als einziges akzeptiertes Zahlungsmittel in den meisten Betrieben einzuführen.
Entschuldigung, dass ich mich hier so über Dinge aufrege, die mir eigentlich schrecklich egal sein  könnten – aber wenn ich solche Auswüchse aus Dummheit, kombiniert mit Größenwahn sehe – kann ich nicht anders. Schließlich stecken ja hier durchaus auch öffentliche Gelder drin. Lustig oder eigentlich eher bedenklich in diesem Zusammenhang dieser Zeitungsartikel.
Schade eigentlich, denn ich bin sicher, auch ein dritter Berndorf-Krimi zum Thema wäre interessant gewesen.

Ok – unsere Parkgebühren konnten wir bar bezahlen und ein Euro pro Stunde ist nun nicht gerade der Gipfel der Gier.

Eifel Tag 4, Gerolstein und Kylltal

[singlepic id=929 w=320 h=240 float=right]Heute besuchten wir noch einmal Gerolstein. Hier bestiegen wir zuerst den Auberg, eine sehr auffällige Kalkklippe oberhalb der Stadt. Im Prinzip ist ja auch hier alles gut beschildert, aber wenn man als ortsunkundiger mit dem Auto anreist und eigentlich nicht weiß, wie das Ziel nun heißt, nützt einem auch das beste Navigationsgerät nichts. Das heisst, bis wir unseren Parkplatz gefunden hatten, haben wir erst einmal etliche Runden gedreht. Später haben wir das Auto dann noch im Tal abgestellt und sind ein Stück zur Burg hochgestiegen um ein paar Überblicksbilder von oben zu machen.

[singlepic id=928 w=320 h=240 float=left]Dann fuhren wir durch das Kylltal um die Eishöhlen von Birresborn zu (be-) suchen. Ein kleines, unscheinbares Hinweisschild an der Hauptstrasse brachte uns dann schließlich auf die richtige Spur. Mitten in der Pampa liegen die ehemaligen Mühlsteinbrüche versteckt. Hier führen einige Stollen tief in den Fels hinein. Das Ganze ist mit ein paar Hinweistafeln und Absperrgittern ausgestattet. Man kann die Höhlen auf eigene Faust erkunden, braucht dazu aber eine Taschenlampe, die hatten wir mit. Wie sich herausstellte verlor sich das Licht unserer Funzel aber  in den ziemlich großen Höhlen nahezu spurlos. Ein ordentlicher Strahler sollte es also schon sein. Trotzdem waren die Höhlen ein beeindruckendes Erlebnis.

[singlepic id=927 w=320 h=240 float=right]Weiter führte die Fahrt nach Mürlenbach. Knapp oberhalb dieses schmucken Städtchens steht die Bertradaburg majestetisch auf einem Felsvorsprung. Sehr malerisch, das Ganze.

Als Abschluss der Kylltaltour besuchten wir noch kurz Kyllburg. Ich habe noch nie ein soo trauriges, trostloses und verschlafenes Nest gesehen. Vielleicht lag es einfach auch nur daran, dass Sonntag Nachmittag war. Die vielen, offensichtlich verlassenen Geschäfte, in deren Schaufenstern und Regalen teilweise noch Waren herumstehen, sprechen allerdings eine andere Sprache.

[singlepic id=926 w=320 h=240 float=left]Da nun doch noch die Sonne herauskam, fuhren wir noch nicht zurück zum Hotel, sondern ans Meersburger Maar im Nachbarort Meersburg. Hier wollten wir uns in Ruhe auf eine Bank am Ufer des Sees setzen und die Sonnenstrahlen genießen. Die hundert anderen Spaziergänger hätten uns auch nicht weiter gestört. Was uns aber bald vertrieb, war ein Bauer, der am anderen Ufer des Sees sein Feld mit einer laut dröhnenden Maschine beackerte. Und das zum Sonntag nachmittag 😉

Eifel-Urlaub Teil 1

Nachdem wir unsere Reise in die Eifel wegen einer defekten Benzinpumpe mit 4 Tagen Verspätung angetreten haben, hier nun der Bericht über unsere ersten beiden Tage.

Nach relativ ereignisloser Fahrt – wenn man mal vom kurzen Stau im Starkregen bei Jena absieht, kamen wir am frühen Nachmittag in unserem Hotel „Zur Post“ in Deudesfeld an.[singlepic id=922 w=320 h=240 float=right]

Nachdem wir einen Kaffee getrunkten hatten, brachen wir zu einer ersten kleinen Erkundundungstour per Auto auf. Zuerst fuhren wir nach Echternach in Luxemburg, hier nutzten wir den günstigen Spritpreis (knapp 30ct/l weniger als in Deutschland) um unseren fast leergefahrenen Tank wieder zu füllen.
Anschließend fuhren wir an die Mosel nach Trier, deckten uns mit ein paar Lebensmitteln ein und fuhren zurück zum Hotel. Zeit und Nerven für eine richtige Stadtbesichtigung hatten wir nicht.

[singlepic id=911 w=320 h=240 float=left]Das Wetter am nächsten Morgen sah etwas durchwachsen aus. Um auch eine Schlechtwettervariante zur Verfügung zu haben, fuhren wir in Richtung Mendig. Dort gibt es unter der Stadt riesige künstliche Basalthöhlen zu besichtigen.
Da das Wetter aber recht gut aussah fuhren wir erst einmal zum Laacher See, den wir begannen zu umrunden. Leider führte der Uferweg nicht so dicht am Ufer entlang, wie wir uns das vorgestellt und gewünscht hatten. Wahrscheinlich ist das zwar für die hier zahlreich vertretene Vogelwelt besser, uns gefiel es nicht soo sehr, deshalb kehrten wir nach ungefähr einem Viertel der Strecke um [singlepic id=910 w=320 h=240 float=right]und sahen uns stattdessen die gewaltige Klosterkirche Maria Laach in unmittelbarer Nähe an.

In der tollen Klostergärtnerei kamen wir an verschiedenen Kleinigkeiten nicht vorbei, ich bin schon auf den Oregano-Senf gespannt.

Nächster Anlaufpunkt war Schloss Bürresheim, eine sehr alte, sehr interessant anzusehende Burganlage.[singlepic id=909 w=320 h=240 float=left]

Nun war noch eine weitere Etappe der Eifelrundfahrt angesetzt. Über Virneburg und den Nürburgring (hier waren erstaunlich viele, sehr sportliche Fahrzeuge sehr sportlich unterwegs….) fuhren wir nach Gerolstein. Im einsetzenden Nieselregen stand uns der Sinn aber weniger nach Mineralwasser, sondern eher nach einem heissen Kaffee und einem Stück Kuchen.[singlepic id=908 w=320 h=240 float=right]

Dann machten wir noch einen Abstecher nach Prüm, hier ärgerten uns viele Strassenbaustellen, bevor wir zum Hotel zurückkehrten.

Die langen Autofahrten dienen mir dazu mir einen ersten Überblick über die Lage der einzelnen Orte und die Entfernungen untereinander zu gewinnen. Sich das Ganze auf der Karte anzusehen ist immer nur die eine Seite…