Die Victoriafälle in Sambia

[album=21,extend]Freitag 17.07.2009

Der Tag begann mit einem geplünderten Frühstücksbuffet. Fürs Auffüllen fühlte sich niemand zuständig, gerade mal, dass sich jemand fand, der die total zugemüllten Tische mit viel Ruhe abzuräumen begann. 10 Minuspunkte für das Hotel.

Auf unserem Programm stand heute die Fahrt nach Sambia zu den Victoria-Fällen. Eventuell wollten wir dann noch die simbabwische Seite der Fälle besuchen und über Botswana zurück nach Katima Mulilo in Namibia fahren.

Die Grenzabfertigung war ein Horror für uns und nahm fast geschlagene 2 Stunden in Anspruch. Der Lesbarkeit halber habe ich die genaue Schilderung an das Ende des Artikels verlegt

Über die große 32 Millionen Euro teure Brücke rollten wir schließlich los, den 200 km entfernten Victoria-Fällen entgegen.

Wie die Brücke, war auch die Straße 2004 mit Hilfe von EU-Fördermitteln grundhaft [singlepic id=418 w=320 h=240 float=right]erneuert worden und der alte Witz „Wenn aus einem Schlagloch zwei Ohren herausschauen, solle man vorsichtig sein, denn es könnte sich statt um einen Hasen auch um eine Giraffe handeln“ hat dadurch etwas an Wirkung verloren, Hasen passen mittlerweile schon wieder rein, Giraffen noch nicht ganz. Die Strecke war ziemlich eintönig, selten einmal eine Siedlung mit Fußgängerverkehr. Die meiste Konzentration musste man aufbringen, um auf Schlaglöcher zu lauern, die so im Abstand von 20-30 km, dann aber gehäuft auftraten. Ab und zu kreuzten Rinder- bzw. Ziegenherden die Straße und ungefähr auf halber Strecke hielt uns ein Polizist an, der unsere Versicherungsunterlagen sehen wollte. Als wir die mühevoll hervorgekramt hatten, nahm er sie in die Hand, gab sie uns ohne auch nur einen kleinen Blick darauf geworfen zu haben  zurück und wünschte uns eine angenehme Weiterfahrt. An zwei weiteren Polizeikontrollen wurden wir nach kurzem „How are you?“-Geplänkel durchgewunken. Schließlich erreichten wir Livingstone. Die Stadt ist eindeutig noch ein ganzes Stück afrikanischer als die Städte, die wir in Namibia gesehen haben. Die Straße zu den Fällen ist eine einzige Baustelle und wir hatten genügend Muße, das Treiben in Livingstone zu betrachten. Irgendann erreichten wir das Stauende vom Grenzübergang, zum Parkplatz an den Fällen durften wir daran vorbei fahren. [singlepic id=422 w=320 h=240 float=left]Am Eingang befindet sich ein großer afrikanischer Markt, auf dem man neben typisch afrikanischem Kunsthandwerk, auch „Hello Kitty“-Kissen oder bündelweise wertlose simbabwische Dollar kaufen kann. Wir bezahlten unseren Eintritt (Erwachsene 10 US$, Kinder 5US$ plus 3US$ Parkgebühr). Auf meine Frage, ob Tina mit 15 Jahren hier als Kind oder als Erwachsene zählt, bekam ich zur Antwort: “Hängt davon ab…“. Insgesamt ließen wir also 28 $ hier. Auf dem Parkplatz, dem Markt und erst recht auf dem Gelände der Fälle tummelten sich viele Paviane. Natürlich wird auch hier auf großen Schildern gewarnt, aber es scheint zwischen Mensch und Tier zu keinen Aggressionen, wie am Kap in Südafrika zu kommen.

Schon vom ersten Aussichtpunkt bietet sich ein schöner Blick auf die Fälle, daneben werden Regenklamotten vermietet. Wer clever ist, greift zu, wer denkt, er weiß es besser, geht so weiter. Nätürlich wussten wir es besser und wurden klatschnass – ein Wunder, dass unsere Foto- und Videoausrüstung keinen bleibenden Schaden davongetragen hat. [singlepic id=429 w=320 h=240 float=center]

Die Fälle sind absolut imposant, man steht an einer Felskante schätzungsweise 30-50 m gegenüber der Stelle, wo die Wassermassen auf einer Breite von 1700 m in die Tiefe donnern. Wesentlich eindrucksvoller als jeder bisher gesehene Wasserfall!

Nachdem wir uns oberhalb der Fälle dann etwas in der Sonne getrocknet hatten, traten wir die Heimreise an. Dass wir uns angesichts unserer Erlebnisse im vergleichsweise freundlichen Sambia die Weiterreise ins totalitäre Simbabwe schenkten, war klar.

Auf der Rückfahrt mussten wir noch einmal eine kommunale Abgasabgabe zahlen (am Ortsausgang von Livingstone, da ich den gelben Zettel von heute Mittag sofort parat hatte aber nicht 75 N$, sondern nur 20) und bei 5 Polizeikontrollen anhalten.

Die Ausreiseformalitäten wurden relativ schnell abgewickelt und ohne weitere Zahlungen durften wir Sambia verlassen. In Namibia füllten wir schnell unsere mittlerweile schon wohlbekannten Ein-/Ausreisescheine aus, die Beamtin am Schalter war sehr freundlich, hatte einige Zeit in Leipzig gelebt und sprach sogar sächsisch. Jetzt noch schnell 180 N$ Straßenbenutzungsgebühr gezahlt (die werden nun mal bei jeder Einreise fällig) und endlich wieder im geradezu heimatlichen Namibia. Aber halt: zwei Polizistinnen wollen beim Verlassen der Grenzstation unbedingt noch unsere Rucksäcke durchwühlen – wir hatten wohl vorhin zu verdächtig freundlich gegrüßt.

Ca 1 km hinter der Grenze: Polizeikontrolle. Nach knapp 5000km in Namibia die erste hier, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte……, aber gerne doch!

So ein Tag – so wunderschön wie dieser….. Aber die Fälle waren es wert!

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Hier nun die ausführliche Version der Ausreiseodysee nach Sambia:

Am Ausreisetor mussten wir uns nur in ein Buch eintragen und die Quittung für die bezahlte Straßenbenutzungsgebühr abgeben. Sollte das wirklich alles gewesen sein?

Schon waren wir in Sambia, hier wurden wir zu einem Gebäude gelotst, vor dem eine lange Schlange Einheimischer stand, wir durften aber vor, und bekamen blaue Einreisescheine zum Ausfüllen. Als der Beamte danach unsere Pässe stempeln wollte, stutzte er, die namibischen Ausreisestempel fehlten. Also fuhren wir zurück nach Namibia, warteten am Ausreiseschalter, der in einem Gebäude ein Stück vor der Grenze untergebracht war, bis uns jemand die Formulare reichte. Als die ausgefüllt waren, war niemand zur Entgegennahme da. Am Einreiseschalter gab es offensichtlich ein Problem und das gesamte Personal war da gebunden. Irgendwann kam eine tonlos vor sich hingrummelnde Hilfskraft (zumindest dem Aussehen nach), schnappte sich wortlos unsere Pässe, drückte die Ausreisestempel rein und legte die mühevoll ausgefüllten Formulare achtlos auf einen Haufen…

Gut, hier waren wir jetzt wohl wirklich fertig. Der Posten, bei dem wir uns zuallererst ins Buch eingetrgen hatte verabschiedete uns  scherzhaft mit großer Geste.

In Sambia bekamen wir jetzt unsere Visa in die Pässe gestempelt, Kostenpunkt 50 US$/Erwachsener, Tina, da noch unter 16 kostete nichts. Nächste Station: 3rd Party Insurance. Diese Versicherung muss wohl grundsätzlich für jedes einreisende Fahrzeug abgeschlossen werden. Kostenpunkt 150000 sambische Kwacha (zahlbar in N$ rund 25 Euro). Der nette Herr von der Versicherung geleitete uns ein Hinterzimmer weiter, zur Dame von der Zollbehörde. Da wir ja ein KFZ einführen, wird darauf, hubraumabhänging Einfuhrsteuer fällig. Der genaue Betrag liegt mir mangels Quittung nicht mehr vor, ich glaube so ca 200 N$(18 €). Auf meine hoffnungsvolle Frage, ob wir denn damit nun durch seien, kam die niederschmetternde Antwort „2 more stations, 2 more payments!“ Also gingen wir jetzt zu einem gelben Container der „Road Transport and Safety Agency“. Hier saßen eine älterer Herr und eine junge Dame. Sie versuchte aus unseren Angaben und Papieren die richtige Höhe unserer Straßenbenutzungsgebühr zu ermitteln und alles in den Computer zu hacken (mit behandschuhten Fingern, 11 Uhr früh am Morgen war es ca. 18 Grad kalt, deswegen trägt man hier die entsprechenden Winterkleidungsstücke). Der Herr war wohl für unsere Unterhaltung zuständig, mit seiner Erklärung, dass die Brücke nur unter massiver finanzieller Förderung durch Deutschland gebaut werden konnte, dass es nun wirtschlich gaanz schnell gaanz toll aufwärts gehe mit der Region, dass die Zentrale seiner Kirche in Deutschland beheimatet sei, seinen Fragen, welcher Kirche wir wohl angehörten….., machte er einen wirklich guten Job, nur leider störte er damit die Konzentration seiner Kollegin. Diese kam nach einer Ewigkeit auf den Betrag von 20 US$, den wir in bar bezahlten und uns zur letzten Station -in der Bretterbude- trollten. Hier war die kommunale Abgassteuer zu entrichten. Ich wurde gebeten, in einem schmuddeligen Sessel Platz zu nehmen (der bis 5 cm überm Fußboden durchgesessen war – keine Übertreibung), die Angestellte füllte ein winziges gelbes Papierfetzelchen aus, kassierte 75 N$(6 €). Wir wurden belehrt, gut auf diesen wichtigen Beleg acht zu geben und durften nach 2 Stunden endlich die Grenze passieren.

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