Die Dünen von Sesriem

[album=12,extend]Sonntag, 05.07.09

Wecken war heute um 7 Uhr, danach gab es Frühstück im Hotelrestaurant. Danach packten wir unsere Sachen, die vom Boy zum Auto gbracht wurden und kurz vor 9 war Abfahrt. Das Personal im Hotel war stets freundlich und um Service bemüht, trotz der Größe der Anlage hatte man wirklich das Gefühl, persönlich betreut zu werden und willkommen zu sein. Dennoch wirkt der Luxus und das Ambiente hier irgendwie fehl am Platz. Kurz vor der Abfahrt erwarben wir noch einen Naturführer, denn mit den paar Bildchen in unserem Reiseführer würden wir offensichtlich nicht allzu viele Lebewesen korrekt identifizieren können.

Wir fuhren das kurze Stück zurück nach Sesriem, erwarben für 170 N$ das Permit für den Park und checkten auf dem Campingplatz ein. Da unser Platz 10 noch nicht geräumt war, fuhren wir zuerst zum Sesriem Canyon. Dort wurden wir erst einmal ein wenig enttäuscht. [singlepic id=245 w=320 h=240 float=right]Wir hatten uns, auch anhand von Fotos, eingebildet, dass es sich um eine richtig tiefe Felsschlucht handeln müsste. Zu sehen war aber auf einer riesigen Ebene nur ein kleiner Felsspalt. Beim Näherkommen sahen wir dann aber, dass wir mit unserer Vermutung richtig gelegen hatten – nur waren wir jetzt oben und mussten erst in den Canyon hinabsteigen. Sehr schön waren die verschiedenen Sedimentschichten zu sehen.

Nach dieser Besichtigung kehrten wir für eine kleine Mittagspause zum Campingplatz zurück. Wir kauften uns 3 Magnum-Eise, die wir aber nach dem Öffnen [singlepic id=257 w=320 h=240 float=left] sofort in der Mülltonne versenkten, sie waren offensichtlich nicht nur einmal komplett aufgetaut gewesen.

Nach der Mitttagsruhe fuhren wir in Richtung Soususvlei. Erster Stop war an der berühmten Düne 45. Obwohl die Sonne mächtig stach, nutzten wir die Gelgenheit und stiegen ein Stück hinauf. Man unterschätzt die notwendige Kraft beinahe automatisch. Nach 20 Minuten beschlossen wir, dass wir [singlepic id=232 w=320 h=240 float=right]hoch genug waren. Ein Rundumblick, ein Schluck aus der Flasche und drei Minuten später waren wir wieder unten, wo eine Schildrabenfamilie auf unser Auto aufgepasst hatte.

Sehr gut bewährt hatte sich der Tipp, die Düne in Socken zu besteigen, barfuß verbrennt man sich die Füße und aus den Schuhen müsste man aller 5 Schritte den Sand ausleeren.

Dann fuhren wir weiter zum PKW-Parkplatz am Sosusvlei.Hier hat man die Wahl, entweder die letzten 5 km zu Fuß zu gehen oder, wenn man ein Allradfahrzeug hat, den Reifendruck zu halbieren und die letzten 5 km durch lockeren tiefen Sand weiterzufahren. Da wir ja hier nicht im Wanderurlaub sind, enschieden wir uns fürs weiterfahren. Es war spannend, manchmal hatte ich das Gefühl gleich festzufahren, aber letztlich haben wir es geschafft. Erste Station war das Soususvlei, hier sahen wir neben den erwartet großartigen Dünen ein paar Qryx-Antilopen aus ganz beachtlicher Nähe. Dann fuhren wir ein Stück zurück zum Dead-Vlei und spazierten [singlepic id=261 w=320 h=240 float=left]los zu den berühmten toten Bäumen. Man glaubt gar nicht, wie sich 1,4 Kilometer auf lockerem Sand in die Länge ziehen können. Das Vlei im Licht der untergehenden Sonne entschädigte uns für die Strapazen. Nun mussten wir uns ganz schön beeilen, um rechtzeitig zum Toresschluss wieder am Parkausgang zu sein. Nachdem die Tiefsandpassage passiert war, füllten wir unsere Reifen wieder auf Sollddruck, (was mit Hilfe unseres bordeigenen Kompressors fast eine halbe Stunde in Anspruch nahm).

Wenn wir uns an die vorgechriebenen 60 km/h gehalten hätten, hätten wir das Tor nicht mehr bis 18:15 Uhr erreicht. Also stieg ich voll aufs Gas, hier hinten waren wir ja eh die letzten Besucher. Erst an der Düne 45 trafen wir auf einige weitere Fahrzeuge, die von da den Sonnenuntergang bewundet hatten. Jetzt wurde es ernsthaft dunkel und andauernd standen Herden von Springböcken an oder auf der Straße. Mehr als 60 waren jetzt keinesfalls mehr möglich.

Als wir dann endlich auf dem Campigplatz eintrafen, erwartete uns eine Überraschung, unser für max. 8 Personen gedachter Platz Nr. 10 war von einer südafrikanischen Großfamilie mit 5 Autos und mindestend ebenso vielen Zelten restlos zugestellt. Unsere besitzanzeigend zurückgelassenen Campingmöbel hatte man beiseite geräumt. Angeblich habe die Rezeption eine Veränderung der Platzzuweisung vorgenommen, wir sollten uns dort melden. Natürlich war die Rezeption geschlossen. Der nette Barkeeper schickte jemanden los, die Rezeptionistin zu holen, welche auch nach 15 Minuten eintraf und erwartungsgemäß nichts von einer Belegungsänderung wusste.Natürlich hatte auch diese zarte kleine Frau keine Lust, sich mit den Leuten auf Site 10 anzulegen, also fuhren wir gemeinsam eine Runde über den Platz und fanden einen anderen, etwas versteckten freien Platz. Hier bauten wir unter einem ausladenden Kameldornbaum unsere Zelte auf.
Die Campingplatzbetreiber haben offensichtlich keinerlei Überblick, wer wo steht und ob überhaupt bezahlt und reserviert wurde…

Bei unserem Abendbrot im dunklen bemerkten wir mindestens einen Schakal, der sich -menschenscheu, aber hochaufmerksam- um unseren Stellplatz und den unserer lauten Nachbar herumtrieb.

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