Columbia Historic State Park

Donnerstag, 23.09.93

Heute durften wir wieder mal ausschlafen, wir fuhren erst um 9 Uhr ab. Im benachbarten Ort trafen wir mit einem anderen Bus zusammen. Unsere Gruppe teilte sich, die mutigen gingen zum Riverrafting. Wir anderen besichtigten den Columbia Histioric State Park, einen ganzen Ort, der nur sehr wenige Merkmale unserer heutigen Zeit aufweist.[singlepic id=116 w= h= float=right] Die Leute, jedenfalls die einheimischen, tragen Sachen wie vor hundert Jahren und bei Wells Fargo kann man nachsehen, wann die nächste Postkutsche nach Sacramento geht. Wirklich ein idyllisches Fleckchen Erde. Nur wenige Touristen bevölkern das Städtchen, zumindest das soll allerdings in der Hochsaison anders sein.

Dieser Ort hat, genau wie Bodie, eine lange Tradition als Goldgräbersiedlung. Nur wird hier eben auf andere Art die Geschichte nachvollziehbar gemacht. Eine der Attraktionen ist die Besichtigung der „einzigen noch arbeitenden Goldmine“, der Hidden Tressure Goldmine. Wir reservierten uns für die 13 Uhr-Tour Plätze. Von einem stilecht aussehenden Goldgräber wurden wir empfangen und in einen Kleinbus, unserem nicht unähnlich, nur viel staubiger, verfrachtet. Der Goldgräber berichtete uns während der halsbrecherischen Fahrt in einen Canyon hinab viel zur Geschichte dieser Mine. Leider sprach er einen derartig unmöglichen, wenn auch wohlklingenden, Akzent, daß selbst Bart nur sehr wenig verstand. Heraus kam jedenfalls, daß der letzte Besitzer vor einigen Jahren ermordet wurde und seine Frau erst 1996 weiterarbeiten lassen will.

Als wir, froh noch am Leben zu sein aussteigen konnten – der Weg den wir gekommen waren sah von unten noch unbefahrbarer als von oben aus-, [singlepic id=126 w= h= float=left]bekamen wir einen Helm verpaßt und gingen in den Berg. Immer den Gleisen der Grubenbahn folgend kamen wir nach kurzem Weg an einer Gabelung an, über der eine Quarzader zu sehen war. Wie unser Führer erläuterte, ist eine Quarzader ein sicheres Zeichen für Goldvorkommen. Obwohl die Mine in drei verschiedenen Ebenen in den Berg führt, machte der Bericht nicht gerade den Eindruck, als ob hier schon Vermögen aus dem Berg geholt worden wären. Dem gegenüber steht das Angebot einer schwedischen Gesellschaft, die Grube für einen sagenhaft hohen Betrag zu übernehmen und die Weigerung der Witwe den Verkauf zu tätigen. Wir gelangten schließlich an eine verschlossene Tür, den einzigen Schlüssel soll die Besitzerin unter Verschluß halten und nur ihr verstorbener Mann wußte, was sich dahinter verbirgt. Kommentar des Goldgräbers: „Ich bin mit der Besitzerin eng befreundet und ein sehr geduldiger Mann…“. Eine richtige arbeitende Goldmine hatten wir zwar nicht gesehen, aber interessant war die Tour allemal.

Auf der Rückfahrt zählte unser Fahrer uns dann noch die vielen Filme auf, die ganz oder teilweise in Columbia gedreht worden waren. Uns sagten nur die Serie „Bonanza“ und der Film „Zurück in die Zukunft“ Teil 3 etwas. Am Ausgangspunkt unserer Tour erhielten wir noch ein Zertifikat, welches unseren Besuch offiziell bestätigte.

Etwas später trafen wir dann unsere durchnäßten Riverrafter. Sie hatten unseren Bus auf dem Parkplatz stehen sehen und sich hier auch noch ein wenig umgesehen. So brauchten wir nicht zum vereinbarten Treffpunkt aufzubrechen und konnten uns noch ein wenig in der Sonne ausruhen. Als wir dann doch losfahren mußten, lagen noch fast 200 km bis zur kalifornischen Hauptstadt Sacramento vor uns. Am Rande der Stadt schlugen wir auf dem (wie immer) komfortablen KOA-Campingplatz die Zelte zum letzten Mal auf. Langsam begann schon Abschiedsstimmung aufzukommen. Außer uns waren noch einige andere Suntrekteams auf diesem Platz. Das heißt, daß die Waschräume immer belagert waren, sonst eine Seltenheit, denn auf Campingplätzen übernachten größtenteils die Wohnmobilfahrer und die haben ihre sanitären Einrichtungen immer dabei.