Milwaukee

Sonnabend 11.09.93

Um 7 Uhr war Packzeit. Anschließend gingen wir gemeinsam in ein Café um die Ecke, um mal wieder ein echt amerikanisches Frühstück zu uns zu nehmen.

8.20 Uhr rollten wir vom Hof des Motels und fuhren in nördlicher Richtung am Ufer des Michigansees über die Grenze nach Wisconsin. In Milwaukee besichtigten wir die Miller-Brauerei. In einer gigantisch-bombastischen Multimediashow wurde die Geschichte des Unternehmens dargestellt. Anschließend durften wir einen Blick auf die Abfüllanlagen werfen, die sich von denen, die ich vor 10 Jahren in Dresden-Coschütz sah, zumindest äußerlich kaum unterschieden. In der Versandabteilung standen tausende Paletten die nur darauf warteten abgeholt zu werden. Im alten Braukeller durften wir dann auch das Leichtbier dieser Firma probieren und kamen zu dem Schluß, daß das Zeug mit dem Bier, das wir kennen, nichts gemeinsam hat. [singlepic id=125 w= h= float=right]

Unsere Mittagspause verbrachten wir im Stadtpark von Milwaukee, wo gerade ein Drachenfestival stattfand. Beeindruckender Höhepunkt des Ganzen war ein von sechs unabhängig gesteuerten Drachen aufgeführtes Ballett. Für einen Außenstehenden scheint es unbegreiflich, wie die „Piloten“ es schafften, daß sich die Leinen ihrer Drachen nicht verfitzten.

Weiter führte unsere Fahrt über den Highway 94 nach Madison, der Hauptstadt von Wisconsin. Dort suchten wir am Stadtrand einen Supermarkt um unsere Vorräte aufzufüllen und fanden auch einen – ALDI! Nachdem alle Einkäufe getätigt waren, fuhren wir noch zwei Stunden durch die Prärie in westliche Richtung. Als uns der trostlose Anblick langsam zu viel wurde, kamen wir in ein herrlich grünes Tal und erreichten bei Pairie du Chien den Mississippi. Dort schlugen wir direkt neben den Eisenbahngleisen unsere Zelte auf und hatten so die Möglichkeit, stündlich die endlos langen, mit drei bis vier Dieselloks bespannten Güterzüge vorbeidonnern zu sehen und zu hören. Wir schliefen trotzdem gut.