1. Juni – Anreise und Fahrt nach Ida

Nachdem wir unsere Koffer bereits beim Vorabend-Check-In abgegeben hatten, wollten wir heute mal ganz klassisch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen fahren.

Also gingen wir, im strömenden Regen, zur Haltestelle und fuhren mit Bus und Straßen- bzw. S-Bahn zum Flughafen, dass dauerte geringfügig länger als mit dem Auto, war aber ohne Gepäck erstaunlich stressfrei.

Auf dem Flughafen gingen wir direkt zur Sicherheitskontrolle, die mein diesmal winziges Handgepäck gründlichst inspizierte. Von besonderem Interesse waren natürlich Foto-  und Videokamera und vor allem die Kuckucksuhr, die wir als Geschenk für Tinas Gasteltern dabei hatten.

Für Elkes vergleichsweise riesigen Koffer interessierte sich niemand.

Wir hatten nun noch eine gute Stunde Wartezeit vor uns, bis pünktlich um 8.15 Uhr das Einsteigen begann.

Bis zur endgültigen Startfreigabe dauerte es dann aber noch eine ganze Weile. Unser Flugzeug war die Boeing 737-500 D-ABIE Hildesheim.

8.50 Uhr wurden wir auf die Bahn geschoben,

8.55 Uhr hoben wir ab,

9.25 Uhr reihten wir uns im Luftraum in die Warteschlange ein (Bis dahin war gerade mal so Zeit für einen hastig hintergekippten Kaffee gewesen).

9.40 Uhr begannen wir mit dem Landeanflug

10.00 Uhr landeten wir schließlich.

Das Wetter unterwegs ist keine Erwähnung wert. Noch während wir in Dresden über der Startbahn waren, verloren wir den Blick auf den Boden und erst 5 Minuten vor der Landung konnten wir Frankfurts Umgebung von oben bewundern.

In Frankfurt wurde unsere Maschine dann auf die abgelegenste mögliche Parkfläche gelotst, wo wir dann noch eine geschlagene halbe Stunde warten mussten, bis die Busse, die an einer anderen -ursprünglich geplanten- Parkposition gewartet hatten, endlich am Flugzeug eintrafen. Einige Passagiere mit eiligen Anschlussflügen wurden extra mit einem Kleinbus abgeholt.

Schließlich fuhren wir mit unserem Bus über die (fast) gesamte Länge der Terminalgebäude, bevor wir am Gate A5 eingelassen wurden. Unser Weiterflug sollte planmäßig ab Gate A62 gehen, also hatten wir erst einmal einen ordentlichen Weg vor uns. Unterwegs mussten wir noch durch die Passkontrolle, eine weitere Sicherheitskontrolle erfolgte überraschenderweise nicht.

11 Uhr nahmen wir unsere „Warteplätze“ in einer ruhigen Ecke des Terminals ein und verbrachten die Zeit bis zur geplanten Boarding Time von 13.05 Uhr.

Um 11.40 Uhr rollte ein Airbus A330-300(D-AKIB) ans Gate. Geplante Abflugzeit war 13.50 Uhr. Na mal sehen.

Das Einsteigen begann pünktlich und bis 13.40 Uhr, zu diesem Zeitpunkt saßen wir schon fast eine halbe Stunde im Flugzeug, sah es auch aus, als ob es dabei bliebe.

Doch dann kam Nordwind auf, die Startbahn West musste gesperrt werden und es kam zum annähernden Verkehrsinfarkt auf dem Flughafen. Das hatte zur Folge, dass unsere Startzeit erst einmal um 60, dann um weitere 40 Minuten nach hinten verschoben wurde.

Letztendlich starteten wir mit genau 2 Stunden Verspätung und konnten zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon nicht mehr richtig sitzen. Trotzdem vergingen die nächsten 8,5 Stunden irgendwie. Die rund um uns sitzenden rumänischen Bauern, die sich teilweise benahmen wie auf ihrem Bauernhof, trugen nicht unbedingt dazu bei, uns sonderlich wohlzufühlen.

Dafür war des Unterhaltungssystem, welches uns zur Verfügung stand, wirklich gut. Wir konnten aus unzähligen Filmen, CDs und Radiostation wählen – oder trotzdem schlafen.

Irgendwie hatte ich mir den Flughafen von Detroit als kleinen, verschlafenen Flughafen – nicht viel größer als der in Dresden – vorgestellt, in Wirklichkeit ist er wohl mindestens so groß wie der Frankfurter Airport. Mit allen Konsequenzen – auch hier durften wir vor der Landung noch 30 Minuten über der Gegend kreisen.

Bei den Einreiseschaltern wählten wir dann leider die mit Abstand langsamste aller möglichen Schlangen, bei der aller 2 Leute der Computer abstürzte und an der immer wieder Rollstuhl-Passagiere außer der Reihe im wahrsten Sinne des Wortes eingeschoben wurden. Der Beamte war dann auch entsprechend genervt, dennoch oder gerade deshalb konnten wir nach relativ kurzem Interview problemlos einreisen. Unsere Koffer waren auch fast zur gleichen Zeit wie wir da. Nun mussten wir uns noch am Zoll anstellen. Der Beamte war sehr gründlich und schickte die 3 Leute vor uns zur Detailkontrolle. Unser Glück – wir durften ohne weitere Nachfragen passieren. Ich hätte jetzt extrem wenig Lust verspürt, alle unsere Geschenke zu erklären, die Werte aufzuschlüsseln und vielleicht noch irgendwelche Einfuhrzölle auf 20 Tafeln Schokolade und eine Kuckucksuhr zu zahlen.

Nun mussten wir möglichst schnell einen Geldautomaten finden, denn die 20 $ Bargeld in meiner Tasche würden, wie schon der Einreisebeamte richtig festgestellt hatte, nicht wirklich weit reichen.

Nachdem ich begriffen hatte, dass man an den hiesigen Automaten seine Karte nur kurz reinsteckt und dann sofort wieder herauszieht, klappte das Geldabheben auch problemlos.

Mit dem Shuttlebus fuhren wir nun zur Alamo-Autovermietung, wo zuerst der Papierkram rasch erledigt wurde. Wenn der Angestellte nicht versucht hätte, mir mit viel Nachdruck unnötige Zusatzversicherungen aufzudrücken, wäre es sogar noch schneller gegangen. Dann durften wir uns ein Auto aussuchen. Wir entschieden uns für einen – zumindest dem Aussehen nach – neuen Jeep Grand Cherokee. Feines Auto – allerdings musste ich mich erst wieder an die Automatik und vor allem an die äußerst sensible Bremse gewöhnen. Schon wenn ich nur an bremsen dachte, machte der Wagen eine Vollbremsung.

Dank mitgebrachtem Navi hatten wir keine Probleme, unseren Weg in Richtung Ida zu finden. Es begann schon heftig zu dämmern, als wir den Walmart in Monroe erreichten, wo wir schnell noch ein paar Getränke und etwas „Notverpflegung“ einkauften, für den Fall, dass wir mit der Verpflegung in Tinas Gastfamilie nicht auskommen würden.

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Kurz nach Sonnenuntergang trafen wir schließlich, hundemüde aber sehr aufgeregt, in Ida ein, wo wir Tinas Haus auch schnell fanden, nachdem wir eine Runde durch den Ort gedreht hatten, weil ich die Einmündung der Mill Street, wo Tina wohnte, für eine Grundstückseinfahrt hielt. Der Ort war noch etwas kleiner, als wir ihn uns vorgestellt hatten.

Die Begrüßung verlief sehr herzlich und wir saßen mit Tinas Gastmutti und den Kindern sowie Tinas großer Gastschwester sehr lange am Küchentisch und plauderten was das Zeug hielt. Keine Spur von einer Sprachbarriere.

Tina und die Gastfamilie hatten im Schnellimbiss genügend Essen geholt, als klar wurde, dass wir so spät kommen und nichts mehr aus dem gemeinsamen Essengehen werden würde.

Irgendwann fielen uns dann die Augen buchstäblich zu und wir gingen in (Tinas) Bett. Tina schlief bei den Kindern.

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