5. Juni – Reiten und Laser-Tag
Obwohl es gestern doch ziemlich spät geworden war, gab es heute Morgen keine Gnade. Wir mussten zeitig raus, um nach Lansing, der Hauptstadt Michigans, zu fahren. Hier hatte Tina einen Reitstall ausfindig gemacht, bei dem man relativ preisgünstig einen geführten Ausritt unternehmen konnte. Die gut zweistündige Fahr verging wie im Fluge. Wieder waren wir erstaunt, wie gut die Konversation mit Tinas Gasteltern funktionierte. Selbst Tina hatte da im Vorfeld arge Bedenken, aber sogar der im Autoradio eingestellte Sender war ohne Streitereien zu bestimmen.
Kurz bevor wir an der Sundance Ranch ankamen, sahen wir auf und neben der Straße einen ganzen Schwarm wilder Truthähne. Ich dachte, die gäbe es nur als Haus- oder Farmtiere.
Am Reitstall angekommen, mussten wir eine Belehrung unterschreiben und bekamen dann, je nach Reiterfahrung, unsere Pferde zugeteilt.
Die Einzige unter uns, die über nennenswerte Reiterfahrung verfügte, war übrigens Tracy.
Eine nette Angestellte ritt voran, hinter ihr kam Jerimy, der damit für die Konversation zuständig war, dann kamen wir und die Nachhut bildete Tracy.
Erst ging es ganz gemütlich los und wir konnten die Landschaft genießen. Dann hieß es auf einmal „Trab“. Was in Film und Fernsehen so locker und leicht aussieht, stellte sich als große sportliche Herausforderung heraus. Der Tipp, einfach ganz locker zu bleiben und dem Pferd zu vertrauen, den uns Tracys Mutter
am Morgen mit auf den Weg gegeben hatte, war zwar nett und sicher richtig. Trotzdem waren wir froh, dass die immer wieder angeordneten Trabstrecken nicht viel länger als 300-400 m lang waren und vor allem, dass wir nicht auch noch galoppieren mussten. Dabei wären wir sicher vom Pferd gefallen.
Trotzdem hatten wir viel Spaß und waren erstaunt, wie schnell die gebuchte Stunde um war.
Bevor wir wieder auf den Highway fuhren, stand noch ein Stopp an der Tankstelle an. Auch hier konnte mir Jerimy wieder mit einigen Tipps und Tricks helfen, denn manche Tankstellen funktionieren hier doch etwas anders als in Europa.
Im neben der Tankstelle befindlichen Subway gönnten wir uns noch ein reichliches Mittagsmal. Jerimy und Tracy sind der Meinung, dass es bei Subway das gesündest mögliche Fastfood gibt. Mich schreckt die große Auswahl, die dann möglichst immer schnell zu treffen ist, eher ab. Aber es schmeckt schon wirklich besser als irgendwelche Burger.
Gegen halb zwei waren wir dann wieder in Ida, wo wir uns für ein knappes Stündchen ausruhen konnten.
Dann fuhren wir nach Toledo/Ohio. Dort hatten sich Tina und Jerimy noch ein besonderes Highlight für uns ausgesucht: Laser Tag bei Q-Zar.
In einer abgedunkelten Halle ist ein Labyrinth aufgebaut. Zwei Mannschaften bekämpfen sich darin und versuchen, das gegnerische Hauptquartier einzunehmen. Natürlich geschieht das nicht mit roher körperlicher Gewalt. Die Spieler legen eine Ausrüstung an, die mit Sensoren besetzt ist, welche auf Treffer von Laserstrahlen aus gegnerischen Waffen reagieren. Wenn man zu häufig getroffen wurde, wird man vorübergehend „deaktiviert“, d.h. die eigene Waffe ist blockiert und man kann nicht schießen, aber auch nicht weiter getroffen werden. Deshalb kann man seine „Aus“-Phase zumindest nutzen, um sich strategisch günstig zu positionieren.
In der Halle dröhnt ziemlich laute und aufpeitschende Musik. Jerimy stellte sich hier als wahrer Meister der Kriegsführung heraus. Kunststück – er hat hier früher mal gearbeitet.
Am Anfang hatten wir gedacht, besonders günstig zu kommen, wenn wir das 3-Spiele-Pack nehmen, welches im Vergleich zum Einzelspiel ein wirkliches Schnäppchen gewesen wäre. Wie sich herausstellte hatte Jerimy aber Recht, als er meinte, dass wir schon nach der ersten Runde ziemlich geschafft sein würden.
Ein zweites Spiel schafften wir noch, wobei sich, zumindest für mich herausstellte, dass es keine so gute Idee war, die Mannschaftsfarbe zu wechseln. Gerade noch war es gut auf rot zu feuern, jetzt war das eigene Team rot und der „Feind“ blau. Irgendwie fiel mir das Umdenken nach dem heutigen Tag ziemlich schwer. Dank Jerimy und unserer erdrückenden Überzahl gewannen wir aber trotzdem locker.
Den Abend verbrachten wir dann ganz in Familie, spielten ein wenig und alberten herum. Obwohl wir viel Spaß hatten, war die Stimmung aufgrund des bevorstehenden Abschieds schon etwas gedrückt. Irgendwann nach Mitternacht waren wir dann doch hundemüde und fielen in unsere Betten.
