6. Juni – Abschied und Fahrt nach Chicago
Obwohl es ruhig im Haus war, wurden wir relativ früh munter.
Tracy war schon in der Küche zu Gange und erzählte uns, dass Tina, früh zwischen 5 und 6, als Jerimy zur Arbeit musste, schon einmal auf war, um sich in Ruhe von ihm zu verabschieden.
Angesichts des bevorstehenden Abschieds hatten wir zuerst gar keinen richtigen Frühstückshunger, aber da Tracy gerade dabei war, leckeres Rührei mit Schinken zu brutzeln, konnten wir schließlich doch nicht widerstehen. Wir saßen noch ziemlich lange am Frühstückstisch bis wir schließlich anfangen mussten, unsere Koffer im Auto zu verstauen. Zwar erschien uns der Kofferraum anfangs riesig, es gelang uns jedoch problemlos, ihn bis zum letzten Kubikzentimeter vollzustopfen.
Inzwischen waren auch Jerimys Eltern aufgetaucht und wir begannen uns zu verabschieden. Dass es Tina nicht leicht fallen würde, war abzusehen, aber auch wir wollten eigentlich überhaupt nicht aufbrechen. Am schwersten traf es glaube ich Tinas kleine Gastschwester Sammi, die überhaupt nicht einsehen wollte, dass wir jetzt gehen mussten, dabei hatte sie sicherlich am wenigsten begriffen, dass das ein Abschied für zumindest sehr, sehr lange Zeit werden würde.
Gegen 10 Uhr 30 rollten wir schließlich los in Richtung Westen, den ersten Abschnitt der Autobahn kannten wir schon von unserer gestrigen Fahrt nach Lansing.
Die Fahrt an sich verlief im wesentlich ereignislos.
Mittags machten wir in der Nähe von Kalmazoo einen Zwischenstopp an einem Walmart, um einige wichtige Einkäufe zu erledigen und uns einen Mittagsimbiss zu ermöglichen, obwohl wir eigentlich überhaupt keinen Appetit hatten.
Auch die Weiterfahrt hielt erst einmal keine weiteren speziellen Höhepunkte bereit. Schließlich tauchten am Horizont die Wolkenkratzer von Chicago auf, denen wir uns anfangs noch recht zügig näherten. Die Autobahn wurde voll und voller und schließlich standen wir, direkt vor der beeindruckenden Großstadtkulisse, im dichtesten Feierabendverkehrsstau.
Es dauerte fast zwei Stunden, bis wir die letzten 20 Kilometer bis zu unserem Hotel am gegenüberliegenden Stadtrand von Chicago, in der Nähe des Flughafens O‘Hare erreicht hatten.
Wir hatten ein einfaches, aber zweckmäßiges Zimmer im Motel 6 bestellt, checkten dort schnell und komplikationslos ein und machten uns ein wenig frisch.
Aufgrund der doch schon erheblich fortgeschrittenen Zeit, kam eine eigentlich geplante Fahrt in die City nicht mehr in Frage.
Lediglich eine kurze Erkundungsrunde zu unseren beiden Anlaufpunkten für morgen, der Wohnmobilvermietung und der Mietwagenstation am Flughafen, beide im Umkreis von 5 km um unser Hotel gelegen, unternahmen wir noch, bevor wir uns mit unseren Computern auf die Betten packten und die nötigen „Büroarbeiten“ erledigten.
Ein Abendbrot mit selbstbelegten Sandwiches schlangen wir quasi nebenbei herunter.
