7. Juni – Wohnmobilübernahme und Indiana Dunes State Park
Wir wurden von allein recht früh munter, schlangen ein improvisiertes Frühstück hinunter und brachen kurz vor 9 Uhr zu unserem Wohnmobilvermieter Cruise America auf. Ich war sehr aufgeregt. Dort angekommen sahen wir uns den Einführungsfilm, den wir schon aus dem Internet kannten, ein weiteres Mal an, während die Angestellten die Papiere und das Fahrzeug vorbereiteten. Anschließend gingen wir die Papiere durch. Kurz danach wurde unser Wagen vorgefahren und ein anderer Angestellter erklärte uns ziemlich flott alles Wissenswerte. Dabei stellten wir noch einige kleinere Beschädigungen fest (eine lose Heizungssteuerung und ein paar lockere Zierleisten), beides wurde im Laufe der nächsten 60 Minuten behoben. Tina und ich fuhren in der Zwischenzeit unseren Jeep zurück zur Autovermietung Alamo am Flughafen. Die Rückgabe ging zügig vonstatten und wir sprangen in den abfahrtbereiten Shuttlebus zum Flughafen, wo wir am Terminal 5 in ein Taxi umstiegen, welches uns zurück zu Cruise America brachte.
Elke hatte hier inzwischen angefangen, unsere Koffer und deren Inhalt optimal im Fahrzeug zu verstauen.
Anschließend machte ich mich mit den wichtigsten Bedienelementen vertraut, während Elke und Tina im gegenüberliegenden Supermarkt noch ein paar Einkäufe erledigten.
Gegen 11.30 Uhr brachen wir dann auf.
Das Fahren mit dem Wohnmobil ist schon arg gewöhnungsbedürftig wenn man keine LKW-Erfahrung hat. Aufgrund seiner für mich ungewohnten Länge gerät jeder Spurwechsel auf der Autobahn zum Abenteuer und natürlich waren davon im ohne Navi undurchschaubaren, wahrscheinlich zu jeder Tageszeit vollkommen überfüllten Autobahnnetz in und um Chicago unzählige nötig. Irgendwie haben wir es aber doch geschafft und gelangten auf eine etwas ruhigere Autobahn in Richtung Indiana.
Hier wollten wir mindestens unsere erste Nacht im Indiana Dunes State Park verbringen. Großer Vorteil des hiesigen Campingplatzes: er liegt nur 500m von einer Bahnstation entfernt, von der aus man in anderthalb Stunden bis ins Zentrum von Chicago fahren kann. Wir bezahlten bei der netten Rangerin 15 Dollar und sie gab sich viel Mühe, einen anfängergeeigneten Stellplatz für uns zu finden. Schließlich entschieden wir uns für Nummer D10. Wie sich herausstellte war das dann zwar doch ein Stellplatz, in den ich rückwärts einparken musste, zumindest war aber ausreichend Platz zum Rangieren vorhanden.
Eigentlich hatten wir geplant, sofort nach Ankunft mit dem Zug nach Chicago zurückzufahren, in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde und des nicht allzu üppigen Zugangebotes stadteinwärts am Nachmittag, wäre uns dort allerdings nicht allzu viel Zeit verblieben.
Also beschlossen wir, mit dem Wohnmobil eine Runde durch den Park zu drehen. Zuerst suchten wir uns einen Parkplatz in relativer Strandnähe, was trotz des sehr reichlichen Angebots aufgrund der Länge unseres Gefährts gar nicht so einfach war.
Die Lufttemperatur lag irgendwo um 40 Grad Celsius, das Wasser war spürbar kühler, angesichts der Geschwindigkeit, mit der Elke und Tina drin waren, würde ich so 23 -25 Grad schätzen. Wir verbrachten eine gute Stunde im Wasser, um abzukühlen und etwas zu entspannen. Als wir jedoch wieder das Auto erreichten, waren die Badesachen getrocknet und wir wieder durchgeschwitzt.
Als nächstes fuhren wir zum Mt. Baldy, der höchsten und am schnellsten wandernden Wanderdüne am Rand des Parks.
Während Elke und Tina den direkten Weg zum Strand wählten, machte ich den extrem schweißtreibenden Umweg über den Gipfel der Düne.
Dann kühlten wir uns in den Fluten ab, der Untergrund bestand hier im Wasser aber aus einer glitschigen harten (Beton!?) Schicht, so dass wir hier nicht so viel Freude wie am vorhergehenden Strand hatten.
Das Wasser des Lake Michigan wies übrigens eine leichte Trübung und zahlreiche schwebende Algen auf, wir empfanden es jedoch nicht als unangenehm.
Bevor wir wieder zum Campingplatz fuhren, machten wir einen ersten Tankstopp. Wir hatten das Wohnmobil mit halb vollem Tank übernommen. An der Tankstelle mit Kreditkartenzahlung war bei 100$ Schluss. Damit hatten wir unseren zuvor auf gut ein Viertel leergefahrenen Tank erst einmal zu drei Vierteln gefüllt. Dass man mit einer anderen Kreditkarte gleich weitertanken kann, bekamen wir erst später heraus. Bei einigen Tankstellen klappen auch zwei Versuche mit derselben Kreditkarte.
Zurück auf dem Campingplatz machten wir uns daran, die Koffer aus- und unsere Schränke einzuräumen, Papiere und Unterlagen zu ordnen, kurz etwas Ordnung in das unvermeidliche Chaos im Wohnwagen zu bekommen. Außerdem warfen wir für eine Stunde den Generator an, um unsere Elektrogeräte aufzuladen und die Klimaanlage etwas angenehmere Temperaturen im Wageninneren schaffen zu lassen. Allerdings nervten uns sowohl Generator als auch die Klimaanlage bald mit ihrer Lautstärke.
Nachtruhe war gegen 22 Uhr.
